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Was sind ETFs?

Robo Advisor investieren überwiegend in passive Indexfonds, sogenannte ETFs. Was ist der Unterschied zu Investmentfonds und welche Vor- und Nachteile haben ETFs? Dieser Artikel fasst alle relevanten Informationen zusammen.

was sind etfs - Robo-Advisor Test und Erfahrungen

Robo Advisor legen das Geld Ihrer Kunden überwiegend in sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds) an. Für viele potenzielle Anleger sind ETFs Neuland – werden sie doch im klassischen Bankgeschäft aufgrund der geringen Provisionen eher selten beworben. Dieser Artikel verrät alle wichtigen Fakten über ETFs.

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ETFs sind eine spezielle Art von Fonds

Zunächst einmal handelt es sich bei einem ETF um eine Fondsanlage. In Zeiten von niedrigen Zinsen entscheiden sich immer mehr Anleger für Investmentfonds (kurz: Fonds). Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 2,6 Billionen Euro von 50 Millionen Anlegern in Fonds verwaltet.

ETF Fonds: Was sind Investmentfonds?

Bei Investmentfonds handelt es sich um eine Geldanlage, die das Geld vieler Anleger sammelt (in sogenannten Fonds) und in verschiedene Vermögenswerte, zum Beispiel Aktien und Anleihen, anlegt.

Fonds sind für Anleger schon allein deshalb interessant, weil mit kleinen Beiträgen eine breite Streuung erreicht werden kann. In Deutschland müssen Kapitalanlagegesellschaften mindestens 16 verschiedene Wertpapiere im Depot eines Investmentfonds besitzen. In der Praxis bestehen viele Fonds aus über 100 einzelnen Werten.

Frage: Wissen Sie, wie Robo-Advisor definiert werden? Lesen Sie hier unsere Definition.

ETFs sind börsengehandelte Indexfonds

ETF Fonds zeichnen sich insbesondere durch 2 Merkmale aus. Erstens bilden sie einen Index (z. B. Dax) in der Regel passiv, d. h. ohne Eingreifen eines Fondsmanagers, nach. Damit stellen sie eine Unterkategorie von Indexfonds dar. Bei Indexfonds handelt es sich allerdings für gewöhnlich um aktiv gemanagte Investmentfonds. Da sie sich jedoch sehr stark an einem Index orientieren, sind die Unterschiede zu ETFs sehr gering.

Info:

Die Nachfrage und das Angebot an ETFs ist in den letzten Jahren immer mehr gestiegen. Goldman Sachs prognostiziert ein von ETFs verwaltetes Vermögen von 5,4 Billionen Euro bis zum Jahr 2020. Das entspräche einer Verdopplung innerhalb von fünf Jahren.

Der Kursverlauf von ETFs ist immer am entsprechenden Index abzulesen. Lediglich die jährlichen Verwaltungsgebühren, auch Total Expense Ratio (TER) oder Gesamtkosten genannt, müssen noch abgezogen werden.

Im Unterschied zu klassischen Indexfonds werden ETFs als zweites Merkmal jedoch an der Börse gehandelt. Sie werden somit nicht ausschließlich über die emittierenden Investmentgesellschaften bezogen, sondern auch über den Sekundärmarkt der Börse gehandelt.

Tipp: ETFs sind übrigens keine neue Erfindung. In den USA wurde bereits 1973 der erste Fonds auf Basis eines Aktienindex gebildet und 1976 erschien der erste ETF für private Anleger.

Frage: Wissen Sie, was ETF-Sparpläne sind? Erfahren Sie mehr darüber, wie die Experten von robo-advisor.de ETF-Sparpläne nutzen: Jetzt lesen.

Vorteile – Einfach ETFs kaufen?

Für Anleger ist es schwierig, mit dem Kauf von einzelnen Aktien oder Anleihen einen kompletten Index nachzubilden. Bei jedem Kauf einer Aktie fallen Transaktionskosten von mehreren Euro an. Wer jedoch in einen ETF investiert, schafft das mit einer einzigen Transaktion. Insbesondere kleine Anleger profitieren bei ETFs von den niedrigen Mindestanlagen, die bereits ab 10 Euro pro Monat beginnen.

ETFs werden für diverse Märkte, Regionen und Anlageklassen (z. B. Aktien, Anleihen, Rohstoffe) angelegt. Durch eine breitere Streuung fallen Kursschwankungen einzelner Wertpapiere weniger ins Gewicht. Jeder Robo Advisor setzt andere Schwerpunkte bei der Auswahl der ETFs. Aktienfonds mit dem Fokus auf Schwellenländer sind beliebte Investmentvehikel.

Transparenz
Da ETFs bestehende Indizes nachbilden, lässt sich deren Zusammenstellung leicht nachvollziehen und die Kursentwicklung einfach verfolgen.
Handelbarkeit
Da ETFs im Vergleich zu klassischen Indexfonds an der Börse gehandelt werden, ist es jederzeit möglich, diese zu veräußern oder umzuschichten. Robo Advisors verfolgen aufgrund der vorgegebenen Zusammensetzung der Indizes in der Regel eine passive Anlagestrategie. Die Verwaltung wird automatisierten Algorithmen überlassen. Der ETF wird nur dann angepasst, wenn sich die Zusammensetzung im Index, oder die Risikoklasse des Anlegers ändert.
Kosten
ETFs sind meist günstiger als klassische Investmentfonds. Ausgabeaufschläge fallen grundsätzlich keine an. Sofern ETFs direkt bei den Emittenten geordert werden, entfällt auch die Börsenordergebühr und es entstehen lediglich Transaktionskosten.
Sicherheit
ETFs zählen zum sogenannten Sondervermögen und werden daher separat vom restlichen Vermögen des Vermögensverwalters aufbewahrt. Im Falle einer Insolvenz bleiben sie gesichert. Bei Banken als Depotbank greift zudem die gesetzliche Einlagensicherung, die für eine Summe bis 100.000 Euro gilt.

Risiken von ETFs

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ETFs unterliegen wie alle Investmentfonds gewissen Risiken. Es besteht jederzeit die Möglichkeit mit einem Fonds Verluste einzufahren. Grundsätzlich sollten sich Anleger jedoch im Klaren sein, dass ETFs (Fonds) eine langfristige Anlageform darstellen, deren Performance nicht nach 1 oder 2 Jahren beurteilt werden sollte. Börsen können insbesondere kurzfristig starken Schwankungen unterliegen.

  • Kursrisiko: Aufgrund von Kursschwankungen kann der Wert von einem ETF sinken. Dabei sind Aktienfonds aufgrund von stärkeren Kursschwankungen einem höheren Kursrisiko ausgesetzt. Ihr prozentualer Anteil ist umso höher, je risikoaffiner sich ein Kunde bei der Depoteröffnung einschätzt.
  • Bonitäts – und Emittentenrisiko: Die ETF-Indizes bestehen aus vielen einzelnen Vermögenswerten. Sofern sich die Kreditwürdigkeit eines Emittenten verschlechtert, wirkt sich das auf den Kurs des Wertpapieres und in der Folge auch auf den Fonds aus.
  • Wechselkursrisiko: Falls einzelne Wertpapiere eines ETFs in einer anderen Währung als der der Fondswährung geführt werden, kann es aufgrund einem Wertverlust der Währung zu einem Kursverlust beim ETF kommen.
  • Zinsrisiko: Schwankungen im Zinsniveau, insbesondere ein Anstieg der Marktzinsen, können zu Kursverlusten führen. Wenn die Zinsen sinken steigt jedoch in der Regel der Kurs von festverzinslichen Wertpapieren. Jedes der Risiken ist gleichzeitig auch eine Chance auf Wertsteigerungen.

Was kosten ETFs?

Die Verwaltungsgebühren für ETFs werden durch die sogenannte Total Expense Ratio (TER), auch Gesamtkostenquote genannt, dargestellt. Darunter fallen beispielsweise Managementgebühren und Indexgebühren. Für den Fall, dass ETFs über die Börse erworben werden, können Gebühren wie Orderprovisionen, Abwicklungsentgelte oder die Geld-Brief-Spanne anfallen.

Info:

ETFs dürfen nicht mit den ähnlich klingenden Exchange Trade Notes (ETNs) und Exchange-traded Commodities (ETCs) verwechselt werden! Diese zählen nicht zum Sondervermögen, sondern stellen spezifische Arten von Schuldverschreibungen (wie Zertifikate) dar.

Robo Advisors fassen Ihre Gebühren in der Regel mit einer pauschalen Depotverwaltungsgebühr zusammen. Diese liegt meist zwischen 0,5% bis 1% und wird pro Jahr berechnet. Dazu kommen Fondsgebühren, die von den Emittenten der ETFs erhoben und von den Robo Advisors an den Kunden weitergereicht werden.

Da den meisten ETFs eine passive Anlagestrategie zu Grunde liegt, fallen nur geringe Transaktionskosten für Umschichtungen innerhalb der Fonds an. Ausgaben für ein aktives Fondsmanagement entfallen dann komplett.

ETFs vs. aktiv gemanagte Investmentfonds

ETFs
  • Exakte Orientierung an der Benchmark (Wachsen mit dem Markt)
  • Transparenz bei der Zusammenstellung
  • Niedrige Kosten
  • Kurse können nicht stärker wachsen als der Markt
Aktive Fonds
  • Aktives Management (abhängig von menschlichen Prognosen)
  • Fondsverwaltung weniger transparent
  • Höhere Entgelte (Ausgabeaufschläge, Fondsgebühren, Orderkosten), um das aufwändigere Fondsmanagement zu bezahlen
  • Rendite kann die Marktentwicklung übertreffen, aber auch darunterliegen. Welche Fondsmanager in Zukunft den Markt schlagen werden, ist heute leider nicht bekannt – ihre Performance in der Vergangenheit ist kein sicheres Indiz
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robo-advisor.de als Autor

Was ist ein Robo-Advisor?

Auch als "automatisierte Vermögensverwaltung" bezeichnet, sollen Robo-Advisor die bessere Alternative zum klassischen Bankberater sein.

Wer sein Geld zum Beispiel fürs Alter anlegen möchte, ging früher zum Bankberater. Der empfiehlt Fonds und Zertifikate - meistens solche, mit denen er gute Provisionen verdient. Deswegen haben die verkauften Produkte häufig schlechte Renditen.

"Nur 3 von 23 Banken beraten gut", so die Stiftung Warentest im Januar 2016.

Mehr Rendite als bei der Bank

Robo-Advisor entscheiden hingegen auf Basis mathematischer Modelle automatisch, wie das Geld auf verschiedene Anlagen aufgeteilt wird.

Unterm Strich soll die Geldanlage dadurch besonders renditestark sein, weil viel geringere Kosten anfallen.

In den USA werden (Stand: März 2016) schon umgerechnet über 44 Milliarden Euro von Robo-Advisors verwaltet.

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