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Testberichte

Zinspilot – Europaweit in Tages- und Festgeld anlegen

Die 2014 gegründete Plattform bietet Anlegern die Möglichkeit, mit nur einem Konto bei verschiedenen Banken in Tages- und Festgeld zu investieren. Kunden können so von verschiedenen Anbietern die Zinsangebote europaweit in Anspruch nehmen, ohne sich mit ständigen Neueröffnungen von Konten herumschlagen zu müssen. Mit nur einem Konto kann so in Banken aus Malta, Großbritannien, Lettland, Frankreich, Rumänien, Österreich und Deutschland angelegt werden - Zinspilot nennt die Banken auch Produktbanken und hat bisher 7 im Portfolio. Auf Festgelder sind so bis zu 1,5% Zinsen möglich. Dabei gilt oftmals: Je geringer die Laufzeit, desto geringer fallen die Zinsen aus.

 

Zinspilot Auswahl und Uebersicht der Angebote

Zinspilot Erfahrungen und Übersicht der Zinsen

Kosten fallen für den Service nicht an. Nutzer müssen Zinserträge jedoch versteuern und sollten sich darüber frühzeitig erkundigen, wie die jeweiligen EU-Länder die Versteuerung handhaben. Zinsen, die innerhalb Deutschlands erwirtschaftet werden, werden mit 26,375% und ggf. der Kirchensteuer versteuert. Der Freibetrag liegt bei 801 Euro.

Um den Betrag zu erreichen, müsste man mindestens 53.400€ bei garantierten 1,5% für ein Jahr anlegen. Solch Zinsgarantie ist derzeit aber kaum zu finden. Und wer mehr anlegt, hat vermeintlich das Problem, dass Negativzinsen anfallen. Selbst bei Zinspilot sind viele Angebote mit einem maximalen Betrag von 100.000€ gedeckelt.

Wer dennoch Zinsen versteuern muss, der kann seinem Kreditinstitut einen sogenannten Freistellungsauftrag schicken. Dieser bewirkt, dass der jährliche Steuerfreibetrag von 801 Euro für Kapitalerträge, den jeder Bürger hat, berücksichtigt wird. Natürlich dürfen Sie nur bei einer Bank einen Freistellungsauftrag hinterlegen, um sich nicht dem Vorwurf der Steuerhinterziehung aussetzen zu müssen.

Zinspilot Erfahrungen Versteuerung

Da Zinspilot selbst keine Bank ist, arbeitet die Plattform mit Partnerbanken zusammen. Die Zusammenarbeit ist notwendig, da wie auch bei einem Robo-Advisor eine Bankenlizenz für die Vermögensverwaltung zwingend notwendig ist. Partner Banken sind die Sutor Bank und die biw AG Bank.

Die Sutor Bank verwaltet das Konto, über das Kunden von Zinspilot ihr Geld bei den Produktbanken anlegen können. Den Geldtransfer zu den Produktbanken übernimmt die Sutor Bank als Service-Partner, Nutzer von Zinspilot merken davon nichts.

Die biw AG bietet über ihren hauseigenen online Anlege- und Investmentservice brokerport die Möglichkeit, dass Nutzer von www.broker-port.de direkt in Tages- und Festgeld anlegen können. Man muss also nicht ausschließlich ein Konto bei Zinspilot eröffnen; über ein Konto der biw AG ist das auch möglich. Beide Partnerbanken haben übrigens eine Bankenlizenz von der BaFin.

Wie funktioniert Zinspilot?

Wie bei einer sonst üblichen Kontoeröffnung muss man sich auch hier mit einem Ausweis als Inhaber identifizieren lassen. Das dauert ungefähr 10 Tage. Danach kann das Geld direkt bei verschiedenen Banken in Tages- und Festgeld angelegt werden. Die dafür nötigen Identifizierungen der unterschiedlichen Konten bei den Produktbanken übernimmt Zinspilot.

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Wird dann ein Investment in Tages- oder Festgeld beantragt, kommt in der Regel nach einem Tag die Bestätigung per Email, die detaillierte Informationen über Laufzeit und Verzinsung enthält. Weitere Emails informieren regelmäßig über das Ende einer Laufzeit bei den entsprechenden Produktbanken. In einem persönlichen Dashboard sieht der Anleger sehr übersichtlich den Status der Anlagen, anstehende Ein- oder Auszahlungen sowie die aktuellen Fristen. Zinspilot arbeitet hier sehr klar und transparent.

Für wen lohnt sich Tagesgeld oder Festgeld?

Gegenüber eines Robo-Advisors sind die Erträge eher gering. Die meisten in Deutschland tätigen Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, Postbanken, Sparkasse, Berliner Bank, Targo Bank, Santander etc.) bieten in der Regel nicht mehr als 0,01% Zinsen auf Tagesgeld an; bei Festgeld bieten die großen Banken durchaus noch Zinsen von bis zu 0,50% und mehr an – der Blick auf die kleinen Banken lohnt sich, zumal viele attraktive Zinsen nur Lockmittel sind, die nach ein paar Monaten vertraglich gesenkt werden.

Sogar Negativzinsen ab 100.000 € Anlagevermögen werden immer öfter verlangt, wie es aktuell besonders Raiffeisen-, Volksbanken und Sparkassen tun. So verzinst z. B. die Volksbank Norderstedt Vermögen ab 250.000 € mit -0,4 % oder die Volksbank Stendal Vermögen ab 100.000 € ebenfalls mit 0,4%. Bei der aktuellen Inflationsrate von 1,5% (die in den letzten 10 Jahren durchschnittlich bei 1,36% lag) verliert das Geld damit deutlich an Wert.

Zinspilot Vergleich von aktuellen Renditen und Zinsen

Wer mit Zinspilot klug anlegt, schafft es vielleicht gerade so, dass das Vermögen nicht an Wert verliert oder der Verlust minimiert werden kann. Wem das ausreicht, der ist bei Zinspilot an der richtigen Stelle. Darüberhinaus gibt es für Vermögen bis 100.000€ eine Einlagensicherung; angelegtes Geld kann bis 100.000€ nicht verloren gehen. Um die Sicherheit nochmals zu erhöhen, will Zinspilot nur Banken ins Produktportfolio aufnehmen, die mit einem Rating-Index von 1 oder 2 bewertet wurden und damit über eine sehr gute bis ausreichende Bonität verfügen.

Da die Märkte bekanntlich schwanken, gibt es gute und schlechte Jahre. Kurseinbrüche können große Teile des in Aktien oder ETFs investierten Vermögens auf einen Schlag vernichten. Im Folgejahr kann das alles wieder vergessen sein und das Vermögen wächst um das Vielfache. Wer Mut hat und diese Risiken eingehen will, dass sein Vermögen kurzzeitig schwinden kann, für den sind eindeutig Robo-Advisor zu empfehlen. Selbst Zinspilot kann derzeit kleine Vermögen nur vor dem Wertverlust schützen, vermehren aber nicht.

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