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Warburg Navigator – Test und Erfahrungen

Der Warburg Navigator ist ein Angebot des Hamburger Bankhauses M.M.Warburg und nutzt den Robo-Advisor des Berliner Fintechs Elinvar. Das Traditionsunternehmen schaut auf über 200 Jahre Geschichte zurück. Anlagevermögen werden ab 20.000 Euro verwaltet. Die Gebühren liegen mit 1,2 Prozent über den branchenüblichen Gebühren bekannter Robo-Advisor in Deutschland. Investiert wird überwiegend in ETFs aber auch in ausgewählte aktive Fonds. Einen Sparplan gibt es nicht. Das Angebot ist seit Oktober 2017 auf dem Markt.


Warburg Navigator - Test und Erfahrungen

Warburg Navigator – Gebühren und Konditionen

Anbieter Warburg Navigator
Gesamtgebühren für die Vermögensverwaltung
durch Warburg Navigator (pro Jahr)
1,2%
Fondskosten pro Jahr 0,4%
Erfolgsbeteiligungsgebühr Keine
Ausgabeaufschlag Entfällt
Mindestanlagebetrag 20.000€
Kündigungsfrist 2 Wochen zum Monatsende
Investmentvehikel ETFs und aktive Fonds
Kontoführende Partner-Bank Baader Bank
100.000€ gesetzliche Einlagensicherung
Anlagestrategie Aktiv
Anzahl Anlagestrategien 7
Sparplan Nein
App Nein (Webseite ist mobil optimiert)

Warburg Navigator Erfahrungen und Kostenvergleich

3/5

Das Angebot von Warburg Navigator berechnet den Service mit einer sogenannten All-in-One-Gebühr, die immer gleich bleibt. Egal ob der Anleger 50.000, 100.000 Euro oder 250.000 Euro anlegt, immer werden 1,2 Prozent pro Jahr auf den Anlagebetrag berechnet.

Dazu kommen noch durchschnittlich 0,4 Prozent für die Order der ETFs und/oder Fonds. Dadurch wird das Angebot verhältnismäßig teuer. Viele Robo-Advisor geben bei höheren Anlagebeträgen über 100.000 Euro deutliche Rabatte und senken die Gebühr um die Hälfte.

Anlagebetrag quirion fintego Whitebox Sutor Bank
bis 10.000€ Mindestanlage 10.000 € 0,95% 0,95% 1% (Konservativ)
1,5% (Ausgewogen)
1,65% (Dynamisch)
10.001€ 0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,75% 0,95% 1% (Konservativ)
1,5% (Ausgewogen)
1,65% (Dynamisch)
35.001€ 0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,75% 0,85% 1% (Konservativ)
1,5% (Ausgewogen)
1,65% (Dynamisch)
50.001€ 0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,45% 0,75% 1% (Konservativ)
1,5% (Ausgewogen)
1,65% (Dynamisch)
150.001€ 0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,45% 0,6% 1% (Konservativ)
1,5% (Ausgewogen)
1,65% (Dynamisch)
250.001€ 0,48% (Basis)
0,88% (Comfort)
0,45% 0,45% 1% (Konservativ)
1,5% (Ausgewogen)
1,65% (Dynamisch)
Anlagebetrag Ginmon easyfolio Cashboard Warburg Navigator
bis 10.000€ 0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66% Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
1,2%
10.001€ 0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66% Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
1,2%
35.001€ 0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66% Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
1,2%
50.001€ 0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66% Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
1,2%
150.001€ 0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66% Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
1,2%
250.001€ 0,39%
+ 10% Gewinnbeteiligung
0,66% Keine Verwaltungsgebühr
10% Gewinnbeteiligung
1,2%
Anlagebetrag vaamo ARERO growney LIQID
bis 10.000€ 0,79% 0,5% 0,99% Mindestanlage: 100.000 €
10.001€ 0,79% 0,5% 0,69% Mindestanlage: 100.000 €
35.001€ 0,79% 0,5% 0,69% Mindestanlage: 100.000 €
50.001€ 0,79% 0,5% 0,39% Mindestanlage: 100.000 €
150.001€ 0,49% 0,5% 0,39% 0,15% (Index)
0,5% (Global)
250.001€ 0,49% 0,5% 0,39% 0,15% (Index)
0,45% (Global)
0,9% (Select)

Fazit: Mit Kosten von 1,2 Prozent gehört Warburg Navigator zu den teuersten Robo-Advisor in Deutschland. Selbst LIQID, die eine Mindestanlage von 100.000 Euro aufrufen, sind deutlich günstiger.  Ob die Kosten gerechtfertigt sind, muss die Rendite-Entwicklung zeigen.

Das Hamburger Bankhaus M. M.Warburg ist mit dem Berliner Fintech Elinvar eine Partnerschaft eingegangen. Seit Herbst 2017 können Anleger den Robo-Advisor Warburg Navigator nutzen.

Der Robo-Advisor Warburg Navigator ist damit einer der jüngsten Anbieter in Deutschland und folgt dem Trend, die Robo-Advisor-Technologie von einem Partner zu nutzen.

Elinvar liefert die dazugehörige Technologie für den Robo-Advisor, um die Anlagestrategien des Bankhauses M. M.Warburg in einem Algorithmus umsetzen zu können. Investiert wird überwiegend in ETFs und in seltenen Fällen auch in aktive Fonds, die von den Experten ausgewählt werden.

▶︎ Was sind ETFs? Jetzt mehr darüber erfahren.

Warburg Navigator Test – Das Unternehmen

5/5

Die Bank M. M.Warburg gibt es seit 1798. Das Unternehmen bewirbt den Robo-Advisor Warburg Navigator dementsprechend als Produkt mit Warburg Navigator - Test und Erfahrungenlangjähriger Erfahrung und umfangreicher Anlageexpertise.

Neben Geschäfts- und institutionellen Kunden fokussiert sich das Unternehmen vor allem auf wohlhabende Kunden, was den Mindestanlagebetrag von 20.000 Euro erklärt. Diese hohe Einstiegssumme ist in der Deutschen Robo-Advisor Landschaft eher ungewöhnlich.

Neben Volkswirten arbeiten bei M. M.Warburg ebenfalls Experten für Statistik, Mathematik sowie für modernes Portfoliomanagement. Neben dem Robo-Advisor-Algorithmus entscheiden also immer auch noch Menschen, welche Entscheidungen in der Portfolioverwaltung getroffen werden.

Warburg Navigator Erfahrungen – Die Depotbank und die Sicherheit der Anlage

5/5

Als Depotbank dient die Baader Bank. Wie bei vielen Robo-Advisorn üblich, liegt der Anspruch und die Sicherheit der Vermögen nicht beim Unternehmen selbst.

Scalable Capital - Test und Erfahrungen

Da investierte Kundengelder als Sondervermögen gelten, werden sie getrennt vom Bankvermögen der Baader Bank aufbewahrt. Im Falle einer Insolvenz der Bank, aber auch des Robo-Advisors Warburg Navigator, sind die Anlagen gesichert.

Geldanlagen bei der Baader Bank sowie beim Bankhaus M. M.Warburg sind bis zu 100.000 Euro über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Beide Banken haben eine BaFin-Lizenz und werden entsprechend reguliert.

Warburg Navigator Test – Investmentstrategie

4/5

Wie bei einem Robo-Advisor üblich, wird zunächst die Anlagestrategie bestimmt. Dabei werden Anlagehöhe, Dauer, Erfahrungsstand verschiedener Anlageklassen, langfristige Ziele und Wünsche sowie die Risikofreudigkeit beachtet –  insgesamt werden ca. 30 Fragen gestellt. Daraus wird dann die individuelle Risiko- und Anlagestrategie entwickelt.

Warburg Navigator- Anlageprozess

Gemeinsam mit statistischen Informationen, historischen und aktuellen Daten sowie Einschätzungen von verschiedenen Märkten durch Finanzexperten und Big-Data-Analysen werden die entsprechenden Fonds ausgewählt und für den Kunden eingekauft.

Investiert wird dabei in bis zu 24 Anlageklassen. Mit dabei sind z. B.:

  • Aktien
  • Immobilien
  • Staatsanleihen
  • Gold
  • Wandelanleihen
  • Rohstoffe
  • Unternehmensanleihen

Auch hier gilt: Je geringer das Risiko, das vom Anleger gewählt wurde, desto höher ist der Anteil an Anleihen. Wählt der Anleger ein hohes Risiko, so wird vermehrt in Aktien investiert – diese können in der höchsten Risikostufe einen Anteil von bis zu 85 Prozent haben.

Die Portfolios sind darüberhinaus breit diversifiziert. Gestreut wird global in Europa, USA  und China sowie in Schwellenländern.

Warburg Navigator- Musterportfolio

Als Risikomaßzahl nutzt Warburg Navigator unter anderem den Value at Risk (VaR). Dieser wird ebenfalls von Scalable Capital angewendet. Je nach Risikostufe beläuft sich der VaR zwischen 4 und 16 Prozent.

Warburg Navigator schreibt dazu in einem Whitepaper folgendes: „Der Value at Risk ist ein Maß dafür, wie stark ein Portfolio über einen definierten Zeitraum in einem extremen Szenario an Wert verlieren kann. Wir betrachten in unserer Portfoliokonstruktion rollierende Jahreszeiträume mit einem Konfidenzintervall von 95%.“

Wer z. B. die Risikostufe fünf nach Erstellung des individuellen Portfolio erhalten hat, wird fortan mit einem Value at Risk von 12 Prozent geschützt. Das heißt: Lediglich fünf Prozent des Portfolios dürfen in einem Zeitraum von einem Jahr (rollierend) einen Wertverlust von mehr als 12 Prozent aufweisen. Sind es mehr, wird der Robo-Advisor aktiv.

12 Prozent sind also der Grenzwert, bevor der Algorithmus aktiv wird und eingreift, um entsprechende Positionen umzuschichten. Somit greift der Algorithmus immer nach Bedarf ein und agiert nicht passiv.

Interview mit Dr. Christian Jasperneite, Chief Investment Officer bei M. M. Warburg & Co

Was ist das Besondere an Ihrer Investmentstrategie?

Jasperneite: „Die Besonderheit der digitalen Vermögensverwaltung Warburg Navigator liegt darin, dass sie Elemente aus prognosefreien und prognosebasierten Strategien verbindet. Im Unterschied hierzu nutzen die Robo-Advice-Angebote, die sich in jüngster Vergangenheit am Markt etabliert haben, ausschließlich prognosefreie Ansätze. Dieses Vorgehen ist insofern nachvollziehbar, da bei Robo-Advisern die Ableitung der vom Anleger angestrebten Strategie über Online-Fragebögen erfolgt, welche im Wesentlichen die Risikotragfähigkeit und –bereitschaft des Kunden ermitteln. Ist diese in Form der Risikokennzahl Value at Risk (VAR) bekannt, ist es naheliegend, die Portfolios auch direkt daran auszurichten.

Nun ist das Einhalten von Risikobudgets eine Anforderung, die aufgrund ihres mathematischen Charakters tatsächlich sehr gut von prognosefreien Ansätzen erfüllt wird. Rein quantitative Ansätze werden nämlich insbesondere dann gewählt, wenn es darum geht, auf Portfolioebene gewisse Eigenschaften herauszuarbeiten, wie zum Beispiel ein besonders hohes Maß an effizienter Diversifizierung zu erreichen oder eben Rückschläge in Krisenzeiten auf ein zuvor festgelegtes Maß zu beschränken. Für solche Ziele werden keine Prognosen oder Einschätzungen benötigt sondern historische Kursverläufe mathematisch ausgewertet und in Portfolios überführt.

Es gibt aber auch einen weiteren Grund für den zu beobachtenden Verzicht auf prognosebasierte Elemente, der eher praktischer als theoretischer Natur ist: Viele Anbieter dieser Dienstleistungen verfügen schlicht nicht über die Research-Kapazitäten und Volkswirtschaftlichen-Abteilungen, um eine prognosebasierte Portfoliosteuerung überhaupt anbieten zu können.

Eine rein prognosefreie Portfoliosteuerung gleicht jedoch einem Autofahrer, der sein Fahrzeug durch den Verkehr steuert, indem er in den Rückspiegel schaut. Wir vertreten daher die These, dass gute prognosebasierte Portfoliokonstruktionen langfristig das Potenzial haben, eine bessere Rendite zu erwirtschaften, während prognosefreie Ansätze vermutlich die Nase vorne haben, wenn es um die Risikosteuerung von Portfolios geht. Aus diesem Grund liegt es nahe, beide zunächst unvereinbar erscheinenden Ansätze in ein Gesamtkonzept einzubetten und die Vorteile aus beiden Welten zu vereinen. Die digitale Vermögensverwaltung von M. M.Warburg & Co macht genau das, indem ein prognosefreies, mathematisches Grundmodell durch prognosebasierte Elemente so „gelotst“ wird. Wenn beispielsweise das Asset-Allocation-Komitee von M. M.Warburg & Co beschließt, die Aktienquote auf „leicht untergewichten“ zu senken, wird auch der für ein gegebenes Portfolio angestrebte VAR leicht gesenkt und das vorgegebene Risikobudget nicht voll ausgeschöpft.

Die Idee dahinter ist wie folgt: Wenn aus einer qualitativen Betrachtung heraus eine Absenkung der Aktienquote mit hoher Konfidenz sinnvoll erscheint, ist es nicht zielführend, zwangsweise an einer Risikostruktur festzuhalten, obwohl man davon ausgeht, dass Risiko temporär nicht entlohnt wird. Wichtig ist, dass wir diese Anpassungen nur für negative Einschätzungen des Asset-Allocation-Komitees vornehmen. Bei einer folgenden Anhebung der Aktienquote werden die vorher aufgenommenen Restriktionen entfernt, aber bei einer Anhebung über neutral ändert sich die mit der Strategie einhergehende VAR-Größe nicht.

Durch dieses Einbeziehen von prognosebasierten Parametern in den regelbasierten Algorithmus zur Portfoliokonstruktion profitieren die Navigator-Portfolios direkt von den fundamentalen Einschätzungen des Makro-Researchs und der langjährigen Erfahrung des Asset Managements des Bankhauses M. M.Warburg & Co. Damit wird aus einer prognosefreien Black Box ein nachvollziehbarer Anlageprozess mit intuitiv verständlichen Portfolios, der eine neue Evolutionsstufe in der digitalen Vermögensverwaltung einläutet.“

Was unterscheidet Warburg Navigator von anderen Robo-Advisorn?

Jasperneite: „Warburg Navigator bietet Anlagestrategien, die durch die Experten des Vermögensverwaltungsbereichs von M. M.Warburg & Co entwickelt wurden und von diesen gesteuert werden. Die unabhängige Privatbank M. M.Warburg & Co wurde 1798 in Hamburg gegründet. Seit über 200 Jahren stehen wir für die sichere Verwahrung von Vermögen unserer Kunden, deren Mehrung und deren Weitergabe über Generationen und unterschiedliche Marktzyklen hinweg.

Dieser Aufgabe widmen sich Experten auf dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre, des Portfoliomanagements sowie der Statistik und Finanzmathematik. Sie können ihre Lösungsansätze auf klar abgestimmte Entscheidungsprozesse, fundiertes Research sowie ausgefeilte Analysetechniken stützen. Regelbasierte Methoden und Algorithmen werden dabei bereits seit etwa zwei Dekaden zur Portfoliokonstruktion für institutionelle Kunden erfolgreich angewendet. Mit Warburg Navigator wird diese Erfahrung nun auch online erlebbar und bereits für Anlagen ab € 20.000 zugänglich.

Die digitale Vermögensverwaltung Warburg Navigator setzt institutionelle Investmentprozesse ein, um Privatkunden einen risikokontrollierten Zugang zu hochdiversifizierten Portfolios zu ermöglichen. Die resultierenden Portfolios sind nicht statisch, sondern werden täglich überwacht und vor dem Hintergrund jeweils aktueller Marktbewegungen und Markteinschätzungen angepasst, wenn dieses notwendig sein sollte. Die Abbildung von Assetklassen und Märkten erfolgt über ETFs und aktiv gemanagte Fonds, die einem rigiden mehrstufigen Selektionsprozess unterliegen. Aktiv gesteuerte Fonds kommen aber nur dann zum Einsatz, wenn uns die im jeweiligen Markt existierenden Informationsineffizienzen hinreichend hoch erscheinen und sich so die Wahrscheinlichkeit einer Outperformance eines aktiven Fonds gegenüber dem ETF deutlich über 50% liegt.

Insgesamt existieren sieben verschiedene Portfoliostrategien, die das Spektrum von einer sehr defensiven bis zu einer sehr offensiven Anlagepräferenz abdecken. Die Kundenzuordnung zu einer der Strategien erfolgt über einen ausführlichen interaktiven Fragebogen. Im Ergebnis erhält der Kunde ein Portfolio, das mit seinen Risikopräferenzen kompatibel ist und Diversifikationsvorteile bestmöglich nutzt. Durch die Verbindung regelgebundener Elemente und qualitativer Markteinschätzung gleicht unser Prozess nicht einem statistischen Automaten, sondern ist in jedem Schritt auch fundamental nachvollziehbar.“

Welche Strategie des Risikomanagements verfolgen Sie?

Jasperneite: „Der Investmentprozess des Warburg Navigator ist stringent und zielgerichtet aufgebaut und nutzt sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse der Behavioural-Finance-Theorie als auch modernste finanzmathematische Methoden. In einem ersten Schritt wird der Kunde durch einen detaillierten interaktiven Online-Fragebogen geführt, dessen Beantwortung eine genaue Einordung des Kunden hinsichtlich seiner allgemeinen finanziellen Situation, seiner Renditeerwartung und Risikotoleranz ermöglicht. Jedem Kunden wird eine auf seine individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Strategie zugeteilt, die sich in ihrer Portfoliokonstruktion hinsichtlich des prognostizierten VAR unterscheidet.

Der VAR ist ein Maß dafür, wie stark ein Portfolio über einen definierten Zeitraum in einem extremen Szenario an Wert verlieren kann. Wir betrachten in unserer Portfoliokonstruktion rollierende Jahreszeiträume mit einem Konfidenzintervall von 95%. Dies bedeutet, dass die von uns gewählten und aktiv gesteuerten Portfolios nur in fünf Prozent aller Fälle innerhalb eines Jahres eine Wertentwicklung aufweisen sollten, die schlechter ist, als die durch den VAR aufgezeigten Grenzwerte.

Im Weiteren wendet Warburg Navigator im Rahmen der Portfoliokonstruktion die Konzepte „Risk Parity“ und „Maximum Diversification“ an. Bei Risk Parity werden verschiedene Märkte in einem Portfolio so gewichtet, dass sie alle den gleichen Risikobeitrag für das Gesamtportfolio liefern. Sehr volatile Märkte werden dementsprechend weniger stark gewichtet, als risikoarme Märkte und Märkte, die stark mit anderen Märkten korrelieren, werden ebenfalls weniger stark gewichtet, da sie einen geringeren Diversifikationsbeitrag erzielen.

Risikoreichen Märkten mit negativen Korrelationen zu anderen Märkten werden dagegen etwas höhere Gewichte beigemessen. Durch diese Vorgehensweise erzielt man hochgradig diversifizierte und sehr risikokontrollierte Portfolios. Um die Portfoliokonstruktion so robust wie möglich zu gestalten, ergänzen wir die Ausrichtung auf Risk Parity durch die sog. Maximum Diversifikation. Im Ergebnis führt der Ansatz der Maximum Diversification im Vergleich zu Risk Parity bei gleicher Volatilität zu einer langfristig etwas stärkeren Berücksichtigung risikobehafteter Assets, da (wie der Name schon nahelegt) die Diversifikation etwas effizienter erfolgt und man es sich daher „erlauben“ kann, risikobehaftete Assets verstärkt beizumischen.

Nun weisen in der jüngeren Vergangenheit Anleihen im Vergleich zu Aktien eine hohe Rendite bei niedriger Volatilität aus. Ein Risk-Parity-/Maximum-Diversifikation-Ansatz führt deswegen zu einer hohen Gewichtung von Staatsanleihen bei einer geringen Gewichtung von Aktien. Genau dies wird sich aber in der Zukunft nicht mehr so leicht replizieren lassen, da die Renditen von Staatsanleihen mit hoher Wahrscheinlichkeit für längere Zeit auf den aktuell niedrigen Niveaus verharren werden. Somit ist diese Lösung vermutlich suboptimal für die Zukunft. Ein weiterer Nachteil ist, dass mit der Grundform des Risk-Parity-Ansatzes in Kombination mit Maximum Diversification keine Portfolios konstruiert werden, die auf expliziten Wunsch des Kunden ein etwas höheres Risiko aufweisen.

Unsere Lösung sieht daher wie folgt aus: Statt auf einen puren kombinierten Risk-Parity-/Maximum-Diversification-Ansatz zu setzen, verknüpfen wir diesen Ansatz mit einer Portfoliokonstruktion, in der einerseits ein VAR und damit ein gewisses Risikoniveau angestrebt wird, andererseits aber die Eigenschaften einer robusten Portfoliokonstruktion so gut wie möglich erhalten bleiben. Auf diese Weise kann die Portfoliokonstruktion über eine Vielzahl von Risikostrategien skaliert werden und trotzdem auf der gleichen Investmentphilosophie mit den gleichen grundsätzlichen Eigenschaften beruhen.

Für Warburg Navigator werden Tag für Tag 24 verschiedene globale Aktien, Anleihen und Rohstoffmärkte die jeweils aktuellen Volatilitäten und Korrelationen ausgewertet und daraus ein Portfolio errechnet, das zum einen den jeweils angestrebten VAR einhält, und zum anderen so weit wie möglich Risk-Parity- und Maximum-Diversification-Eigenschaften aufweist. Da wir aber im Sinne einer Transaktionskostenkontrolle nicht jede Woche die Gewichte für die Märkte neu anpassen wollen, haben wir Toleranzgrenzen gesetzt, innerhalb derer eine Neuberechnung unterbleibt. Trotz der implementierten Toleranzgrenzen ist unser System nicht „träge“, da immer nur die jüngere Historie der realisierten Renditen verwendet wird.

Eine detaillierte Erläuterung unseres Investmentansatzes können Sie auch gerne unserem Whitepaper entnehmen (https://navigator.mmwarburg.de/doc/Whitepaper.pdf).“

Wo sehen Sie Warburg Navigator in 5 Jahren? Was wird sich bei Ihnen als auch in der Branche der Robo Advisor verändern?

Jasperneite: „Der noch recht junge Markt für Robo-Advisor sorgt dafür, dass die Dienstleistung eines Vermögensverwalters in die digitale Welt überführt wird. Mit Warburg Navigator gehen wir einen Schritt weiter und lassen unsere fundamentale Markteinschätzung in quantitative Modelle einfließen. Noch stehen die Angebote in Deutschland am Anfang ihrer Möglichkeiten.

Warburg Navigator wird sich hin zu hochpersonalisierten Portfolios entwickeln, abgeleitet aus den individuellen Vorgaben und Präferenzen der Anleger, umgesetzt durch digitalisierte Anlageprozesse, die unsere Erfahrung und Marktmeinung aufnehmen. Das Potenzial der Digitalisierung wird für Kunden dann voll erlebbar und nutzbringend, wenn diese regelbasierten Prozesse für die Konstruktion kundenspezifischer Portfolios mit kundenspezifischen Wünschen, Vorgaben und Restriktionen eingesetzt werden. Der Kunde erhält dann Leistungen, die sich wirklich von „klassischen“ Angeboten (beispielsweise vermögensverwaltender Fonds) unterscheiden. So schafft man ein Angebot, das Transparenz herstellt, proaktiv informiert und individuelle Nutzerbedürfnisse und individuelle Ziele berücksichtigt. Automatisiert heißt dann nicht mehr standardisiert, sondern hochwertig personalisiert.“

Fazit

Der Robo-Advisor Warburg Navigator richtet sich an Anleger, die es gewohnt sind, hohe Beträge zu investieren. Leider wird der Anleger nicht mit geringeren Gebühren belohnt, wenn er jenseits der 100.000 Euro investiert. Ob sich die Verwaltungsgebühren von 1,2 Prozent lohnen, muss der Echtgeldtest zeigen. Mit der Expertise des Traditionshauses ist jedoch zu erwarten, dass die Strategien Hand und Fuß haben werden.

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robo-advisor.de als Autor

Was ist ein Robo-Advisor?

Auch als "automatisierte Vermögensverwaltung" bezeichnet, sollen Robo-Advisor die bessere Alternative zum klassischen Bankberater sein.

Wer sein Geld zum Beispiel fürs Alter anlegen möchte, ging früher zum Bankberater. Der empfiehlt Fonds und Zertifikate - meistens solche, mit denen er gute Provisionen verdient. Deswegen haben die verkauften Produkte häufig schlechte Renditen.

"Nur 3 von 23 Banken beraten gut", so die Stiftung Warentest im Januar 2016.

Mehr Rendite als bei der Bank

Robo-Advisor entscheiden hingegen auf Basis mathematischer Modelle automatisch, wie das Geld auf verschiedene Anlagen aufgeteilt wird.

Unterm Strich soll die Geldanlage dadurch besonders renditestark sein, weil viel geringere Kosten anfallen.

In den USA werden (Stand: März 2016) schon umgerechnet über 44 Milliarden Euro von Robo-Advisors verwaltet.

Seit Jahren bekannt

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