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Truevest – Test und Erfahrungen

Truevest nutzt das Wissen menschlicher Vermögensverwalter sowie die Datenanalyse von Robo-Advisorn. Als hybrider Robo-Advisor kombiniert Truevest aktives Zielfondsmanagement von Beratern mit digitaler Verwaltungsentscheidung. Investiert werden kann ab 10.000 Euro, ein Sparplan kann ab 200 Euro pro Sparrate eingerichtet werden, die Kosten liegen zwischen 1,49 und 1,72 Prozent. Truevest verwaltet bereits 100 Millionen Euro an Geldern (Stand 30.06.2017) und ist seit Anfang 2017 in Deutschland verfügbar.

Truevest – Gebühren und Konditionen

Anbieter Truevest
Gesamtgebühren für die Vermögensverwaltung
durch Truevest Capital (pro Jahr)
  • 1,49 %: Wachstum Trend 200
  • 1,49 %: Dynamik Trend 200
  • 1,49 %: ETF Trend 200
  • 1,73 %: VIP Trend 200
Depotgebühren keine
Erfolgsbeteiligungsgebühr keine
Ausgabeaufschlag Entfällt
Mindestanlagebetrag 10.000 €
Kündigungsfrist börsentäglich kann verkauft werden
Investmentvehikel ETFs, aktive Fonds, ETCs, Liquidität
Kontoführende Partner-Bank Augsburger Aktienbank AG
100.000 € gesetzliche Einlagensicherung
Anlagestrategie Aktiv
Anzahl Anlagestrategien 4
Sparplan ab 200 €
App Nein

Truevest – Test und Erfahrungen

Truevest ist kein klassischer Robo-Advisor wie Scalable Capital, vaamo oder Whitebox, der vorrangig in ETFs investiert. Truevest bietet ein automatisiertes Zielfondsmanagement an und investiert dabei überwiegend in Aktien, Rentenfonds sowie Hedgefonds. Nur ein geringer Teil fließt in ETFs.

Truevest ist ein Angebot des Finanzproduktanbieters Patriarch. Patriarch ist eine Ausgründung und Tochterfirma des Frankfurter Fintech Inkubators FinLab AG. Seit 2004 bietet Patriarch erfolgreich und bankenunabhängig Strategien für die Vermögensverwaltung sowie eigene Dachfonds an.

Truevest - Anlageziel

In den letzten fünf Jahren konnte Patriarch nach eigener Aussage eine durchschnittliche Nettorendite zwischen 5,54 bis 7,38 Prozent pro Jahr erzielen. Zum Vergleich: Indizes wie der DAX (+11,95 Prozent im Durchschnitt) oder der STOXX Global 150 (+12,65 Prozent im Durchschnitt) haben dagegen eine etwas bessere jährliche Rendite aufzuweisen. Aber: Die Märkte boomen derzeit, Einbrüche und ein hoher Wertzuwachs sind nicht die Regel. Die soliden Renditen bei Truevest sind daher empfehlenswert.

Anleger erhalten bei Patriarch solide und erfolgreiche Finanzprodukte. Derzeit werden mit und ohne den Robo-Advisor Truevest über 300 Millionen an Kundengeldern verwaltet.

Umgesetzt werden die Strategien durch die DJE Kapital AG oder durch die StarCapital AG, je nachdem, ob in Zielfonds oder in ETFs investiert wird.

▶︎ Was sind ETFs? Jetzt mehr darüber erfahren.

Wie funktioniert Truevest?

Bevor das Portfolio erstellt wird, muss der Anleger ein paar einfache Fragen beantworten. So soll die richtige Strategie gefunden werden und der Kunde erhält einen unverbindlichen Anlagevorschlag.

Die Fragen beziehen sich auf die Dauer der Anlage, das Alter, das Risikoprofil, Vermögenssituation des Anlegers sowie den Kenntnisstand über die verschiedenen Anlageklassen.

truevest - Investitionsvehikel und Anlageklasse

Gibt der Anleger an, dass er keine Kenntnisse zu Hedgefonds, Geldmarktfonds und anderen Investitionsvehikel hat, so verpflichtet Truevest ihn dazu, sich die „Basisinformationen über Wertpapiere und weitere Kapitalanlagen“ durchzulesen.

Das folgende Video erklärt die Vorgehensweise bei Truevest sehr gut.

Nach umfangreicher Aufklärung und Zustimmung durch den Anleger erhält dieser dann den Anlagevorschlag.

truevest - Anlagevorschlag

Dem Anleger werden dabei sehr transparent die eingesetzten Produkte vorgestellt. Folgend eine Auswahl an Aktien-Fonds, in die der Anleger investiert:

  • Fidelity Funds – Asian Smaller Companies Fund A-ACC-USD
  • Allianz Europe Equity Gro.Sel.P EUR
  • Jupiter European Growth D EUR
  • Schroder ISF Asian Opport.USD C Acc
  • Allianz Best Styles Global Equity – P – EUR
  • Deutsche AM Smart Industrial Technologie
  • Parvest Eq.USA Mid Cap I USD C
  • M&G Inv.(1)-M&G Eur.Select Fd Reg. Shares Euro-Class C o.N.
  • Comgest Growth Japan I EUR H
  • Templeton Euroland Fd.A acc

Truevest Erfahrungen – Anlagestrategien

Truevest setzt auf Markttiming. Klare Kaufsignale veranlassen eine komplette Umschichtung in andere Anlageklassen, die von den vier verfügbaren Strategien abhängig sind.

Stefan Schütze sagt dazu: „Wir glauben an einen timing-orientierten Investmentansatz. Daher sind unsere Investoren nur bei einem klaren Kaufsignal über die 200-Tage-Linie Ihrer Strategiebenchmark im Markt investiert. Erfolgt hier ein Verkaufssignal, gehen wir mit den Geldern der Strategie an den Seitenrand und investieren vorübergehend nur in Geldmarkttitel. Damit lassen sich die großen Markttrends hervorragend timen und der Anleger partizipiert überwiegend an den großen Aufwärtstrends und vermeidet überwiegend die großen Abwärtstrends. Auskömmliche Ergebnisse bei wenig Schwankung und Verlustrisiko – ein Ansatz für Jedermann. Wahlweise über Zielfonds oder ETFs.

Truevest bietet insgesamt vier Strategien an, die von konservativ bis spekulativ verschiedene Risikostufen abbilden:

  • Patriach Wachstum Trend 200
  • Patriach Dynamik Trend 200
  • Patriach ETF Trend 200
  • Patriach VIP Trend 200

Je nach Marktlage setzt das Unternehmen auf verschiedene Anlageklassen, wobei immer das komplette Portfolio des Anlegers entweder investiert oder deinvestiert wird. Investiert wird immer in mindestens zehn und in maximal zwanzig Titel.

Drei Strategien investieren dabei in aktive Zielfonds und die vierte Strategie investiert auschließlich in Aktien-ETFs. Kommt es zu einer Desinvestitionsphase, weil die Signale des Marktes andeuten (Timing), es wäre besser umzuschichten, wechselt das Portfolio bei drei Strategien komplett in Geldmarktfonds. Die ETF-Strategie wechselt ebenfalls komplett in Geldmarkt- oder Renten-ETFs.

Durch das 100-prozentige Umschichten der Portfolios soll die Verschiebung der Märkte optimal ausgenutzt werden. Historisch wird davon ausgegangen, wenn irgendwo Märkte einbrechen, gibt es immer noch Märkte, in die die Anleger flüchten und damit die Anlage halten oder gar mehren können.

Kosten und Rendite

Wie bei Robo-Advisorn mittlerweile üblich, wird auf die Vermögensverwaltung eine jährliche Gebühr gezahlt. Bei truevest liegt diese bei drei Strategien bei 1,49 Prozent (Patriach Wachstum Trend 200, Patriach Dynamik Trend 200, Patriach ETF Trend 200). Nur für die Strategie Patriach Wachstum VIP 200 fallen 1,73 Prozent an.

Gebührenvergleich mit anderen Robo-Advisorn

Damit ist truevest in Deutschland einer der teuersten Robo-Advisor. Es muss aber auch angemerkt werden, dass ETFs nicht der Hauptfokus der Investitionen von truevest sind, wie es sonst bei in Deutschland tätigen Robo-Advisor der Fall ist.

Auch wenn bisher noch kein Echtgeldtest vorhanden ist, gibt es historische Daten, die teilweise mehr als sechs Jahre zurückreichen. Die vom Robo-Advisor verwalteten Produkte wurden vorher Kunden in der klassischen Vermögensverwaltung angeboten.

Mit den zuvor schon erwähnten 5,54 bis 7,38 Prozent Nettorendite legt truevest nicht nur eine ordentliche Performance hin, es kann auch auf die gesammelte Erfahrung bei der Verwaltung der Portfolios bauen. Somit ist truevest einigen jüngeren Robo-Advisorn in Sachen Stabilität voraus.

Interview mit Dirk Fischer – Geschäftsführer von Truevest

Was ist das Besondere an Ihrer Investmentstrategie?

Fischer:  „Die vier verfügbaren Investmentstrategien innerhalb von ‚truevest‘ sind keine ‚Neuerfindungen‘, sondern die Möglichkeit, für einen Selbstentscheider unter den Anlegern kostengünstig und technisch schlank Zugang zu bewährten und erfolgreichen Asset-Management (3 Strategien haben einen belegbaren echten Track-Rekord von 6,5 Jahren) zu erhalten. Da truevest eigentlich ein Cyborg und kein Robo ist, wird hier im Gegensatz zu herkömmlichen Robos, der Kombination aus Technik (Timing-Signalen der Chartanalyse) und Mensch (Asset Allocation) vertraut.

Der ‚Mensch‘ (die DJE Kapital AG für die aktiven Zielfondsstrategien oder die StarCapital AG für die ETF-Strategie) entscheidet, WAS gekauft wird. Die Technik entscheidet WANN gekauft bzw. verkauft wird. Der Anleger kann dazu auch noch wählen, ob er mehr passiven und kostengünstigeren Instrumenten (ETFs) oder aktiven und kostenintensiveren Instrumenten (aktiven Zielfonds) sein Vertrauen für ein optimales Anlageergebnis schenkt. Die oft ‚intransparenten Algorithmen‘ auf rein mathematischer Basis als Entscheidungsquelle für das Asset-Management wie bei den meisten Robo-Advisorn, spielen bei truevest keine Rolle.“

Was unterscheidet Truevest von anderen Robo-Advisorn?

Fischer: „Neben den bereits zuvor erwähnten Punkten ist es sicherlich die wirtschaftliche Stabilität von truevest. Truevest ist ja zunächst einmal ein weiteres Label der erfolgreichen Muttergesellschaft Patriarch Multi-Manager GmbH und somit absolut schuldenfrei und unabhängig von jedwedem potientiellen Großinvestor finanziert.

Eben kein klassisches Start-Up-Unternehmen, welches zur Betriebsaufnahme auf reichlich Private-Equity-Kapital zurückgreifen musste, und wo es aus Sicht der Anleger fraglich ist, ob es das Unternehmen in der jüngsten Zukunft noch geben wird. Bei Truevest ist der Anleger kein Versuchskaninchen, sondern wird sofort in eine starke Anlegergemeinschaft von derzeit über 100 Mio. € Anlagevolumen in den vier Strategien integriert.

Dazu ist truevest keine ‚Rendite-Blackbox‘ wie die anderen gängigen Robo-Adisor, aufgrund deren kurzer Unternehmenshistorie (und somit auch dem Track-Rekord der angebotenen Strategien). Die drei aktiven Zielfondsstrategien in truevest liegen beispielsweise seit Auflage vor 6,5 Jahren je nach Risikoneigung bei tatsächlichen Ergebnissen zwischen 5,67% – 6,89% p. a. NACH LAUFENDEN SPESEN.

Und dies bei einer Volatilität zwischen 6,84% – 8,22% in demselben Zeitraum (alles Stichtag 30.11.2017). Solch belastbares Zahlenmaterial findet sich sonst in der noch jungen ‚Robo-Advisor-Szene‘ nicht. Und Anleger lieben bewiesene Ergebnisse – im Vergleich zu evtl. möglichen ‚Rendite-Versprechen‘.“

Welche Strategie des Risikomanagements verfolgen Sie?

Fischer: „Obwohl unser Haus sogar über integrierbare Robo-Strategien mit echter 15jähriger Historie verfügen würde, haben wir uns als Inhalt für truevest dagegen entschieden, diese dort als Investment anzubieten. Der Grund ist exakt das verfügbare Absicherungssystem. Bei den älteren Strategien verfolgen wir einen reinen ‚buy-and-hold-Ansatz‘ ohne großartige Variation des Aktienanteils je Strategie – und damit ohne wirkliche Absicherung gegen drastische Börsenkrisen in der Zukunft.

Da wir es bei truevest-Kunden aber mit Selbstentscheidern zu tun haben, die keine Beratung durchlaufen haben, haben wir dort ausschließlich Strategien mit integrierter Absicherungsstrategie zur Anwahl hinterlegt. Wir setzen hier auf die bewährten Kauf- und Verkaufssignale der Chart-Analyse über den gleitenden Durchschnitt der 200-Tage-Linie der jeweiligen truevest-Strategie inkl. einer Toleranz von +/-3%. Diese Systematik ist in vielseitigstem Einsatz seit Jahrzehnten bewährt und erfolgreich und verfügt über eine exzellente Trefferquote.

Seit Auflage unserer Strategien vor 6,5 Jahren hat unsere Systematik noch kein einziges Fehlsignal hervorgebracht! Bei einem Verkaufssignal -3% Toleranz, verkaufen wir jegliche Assets und gehen für unsere Kunden an den Seitenrand (Geldmarktinvestments), bis sich der Rauch an der Börse verzogen hat und wir wieder ein Kaufsignal +3% Toleranz erhalten.

Damit gelingt es an den maßgeblichen Aufwärtstrends der Märkte überwiegend zu partizipieren und die dramatischen Abwärtstrends überwiegend zu vermeiden. Für den klassischen Robo-Advisor-Kunden eine fantastischer zusätzlicher Service. Sein Risiko-/Renditeverhältnis wird noch einmal attraktiver und er kann ruhig schlafen, während seine Investition für ihn Früchte trägt.“

Wo sehen Sie Truevest in 5 Jahren? Was wird sich bei Ihnen, als auch in der Branche der Robo Advisor verändern?

Fischer: „Der Markt der Robo-Advisor wird sich in Deutschland nach und nach etablieren und normalisieren. Was heute noch exotisch erscheint, wird in kürzester Zeit (auch über den Einstieg vieler Banken und Strukturvertriebe in die Systematik) absolut state-of-the-art sein und jedem normal erscheinen. Insbesondere die starken Trends von Seiten des Finanzministeriums und des Verbraucherschutzes zu mehr Transparenz und niedrigsten Kosten spielt den Robo-Advisorn und der häufig damit verbundenen Honorarberatung absolut in die Karten.

Zahlreiche Berater werden ihr ‚Vermittlergeschäft‘ von Investmentlösungen zurückfahren und dagegen eine ‚Tippgeberfunktion‘ in Kombination mit dem Robo-Advisor ihres Vertrauens als Geldanlage zukünftig favorisieren. Vielfach erleben wir ja jetzt bereits erste ‚Wild-Label-Lösungen‘ (Kopien von bestehenden Robo-Advisorn für Dritte in der Corporate Identity) von bereits verfügbaren Robos am Markt.

Den ‚Massenmarkt‘ für gemanagte Vermögensverwaltungslösungen werden die Robos also sicherlich nach und nach (nicht anders als in Großbritannien und den USA) auch in Deutschland erschließen. Allerdings werden wir dabei eine starke Konsolidierung unter den Anbietern sehen. Mit Cashboard ist bereits der erste Anbieter wieder über eine Insolvenz verschwunden und es wird bei weitem nicht der Letzte sein. Die meisten Anbieter sind halt Private-Equity-finanzierte Start-Ups. Nur die wenigsten werden die benötigten horrenden Marketinggelder investieren können, um sich einen langfristig attraktiven Marktanteil zu erkämpfen. Der Rest wird wieder verschwinden. Das sollten Investoren unbedingt berücksichtigen.

Mit Blick auf truevest sind wir hier sehr entspannt. Wir haben kein Finanzierungsproblem im Rücken und sehen uns mehr als Exoten und Qualitätsführer, wie als Preistreiber in der Szene. Damit haben wir eine klare Positionierung eingenommen, die immer ihre Berechtigung haben wird. Dies ist uns ja auch gerade von neutraler Seite über den verliehenen „FinanzBusinessPreis 2018 im Bereich Investment Innovationen – Robo Advisor“ von neutraler Seite bestätigt worden. Die Jury lobt dabei die außergewöhnlichen Leistungen für Kunden und das innovative Produkt- und Dienstleistungsangebot, wie auch die Digitalisierung in Trendsetter-Qualität über truevest.

Bereits jetzt lässt sich erahnen, dass der Erfolg von truevest eher im B2B2C-Sektor liegen wird (also den über Tippgeber zugeführten Endkunden). Die Tippgeber haben sich intensiv mit einem Robo-Vergleich auseinander gesetzt und empfehlen nun truevest ihren Kontakten voller Überzeugung. Der deutlich günstigere und verlässlichere Weg, um zufriedene Neukunden zu erschließen.

Daher erwarte ich truevest auch in 5 Jahren als stabilen Nischenplayer und Exoten im Robo-Wettbewerb mit gut auskömmlichem Marktanteil und vielen zufrieden Kunden, aber bei weitem nicht als Marktführer. Wie in jedem anderen Segment wird sich bei einer Vielzahl von Anbietern besondere Qualität auch unter den Robo-Advisorn durchsetzen – und da sehe ich truevest ganz weit vorne!“

Fazit Truevest – Test und Erfahrungen

Truevest bietet mit seinem timing-orientierten-Ansatz eine spannende Alternative zu den bisherigen Robo-Advisorn. Die Erfahrung und historisch solide Performance sprechen für das Unternehmen. Die recht hohen Gebühren könnten jedoch abschrecken. Andere Robo-Advisor wie vaamo, Scalable Capital (der robo-advisor.de Testsieger) oder Ginmon schaffen ähnliche Renditen oder liegen sogar deutlich drüber. Zu empfehlen ist truevest auf jeden Fall.

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