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EVERGREEN – Test und Erfahrungen

„Planen, investieren und sparen mit wenigen Klicks“ – das ist der Slogan den sich der neue Robo Advisor Evergreen auf die Fahnen geschrieben hat. Wir haben im Interview geklärt, worum es bei der Software zur automatischen Geldanlage aus Leipzig geht und auch, wie die Corona-Krise für EVERGREEN lief.

Wie hat EVERGREEN im Vergleich zu anderen Robo-Advisors in der Corona-Krise abgeschnitten?

Im Vergleich zu Robo-Advisors ist Evergreen ein Asset Manager und managed die Asset Allokation (Aktien- und Rentenquoten) täglich dynamisch. Am Beispiel unserer dynamischen Strategie „Evergreen PDI Yang“ wird dies sichtbar. Während die Aktienquote Ende Januar noch bei 82 % lag, haben wir diese in mehreren Schritten auf 18% abgebaut und so unsere Anleger vor größerem Schaden bewahrt.

Der maximum Drawdown auf Tagesbasis lag bei -13,2%. Die Markterholung haben wir genutzt, um die Aktienquote auf aktuell 54% wieder aufzubauen. Chart 1 zeigt den Drawdown unserer dynamischen Strategie während der Corona-Pandemie. Chart 2 zeigt die Aktienquote im Zeitablauf. Per 16.7.2020 liegt unsere dynamische Strategie auf Jahressicht noch mit -0,98% im Minus, nach Abzug aller Kosten. Unsere konservative Strategie „Yin“ liegt auf Jahressicht mit +0,14% bereits wieder knapp im positiven Bereich, ebenfalls nach Abzug aller Kosten.


Chart 1: Drawdown Evergreen dynamische Strategie „Evergreen PDI Yang“


Chart 2: Aktienquote Evergreen dynamische Strategie „Evergreen PDI Yang“

Es gibt schon über 30 Robo-Advisor auf dem Markt. Warum hat der Markt auf Evergreen gewartet?

Evergreen ist aktiver Risikomanager für Privatanleger und hat seine Wurzeln im institutionelle Asset Management und Risiko Overall für Versicherungen, Pensionskassen, Unternehmen und Stiftungen. Unsere Hauptmotivation besteht im sogenannten „customer centric asset management“, also dem kundenorientierten Asset Management und nicht dem Verkauf von statischen ETF-Portfolios. Mit unserer dynamischen Asset Allokation managen wir die Kapitalmarktrisiken für unsere Anleger. Unsere Anleger kaufen kein statischen ETF-Risiko sondern dynamisches Risikomanagement. Die Dynamik unseres Risikomanagements kann taggleich für jedermann hier nachvollzogen werden:

https://www.evergreen.de/expertise#fondsTool

Außerdem verzichten wir komplett auf Service-Gebühren, Depotgebühren und Transaktionskosten. Die Mindestanlage beträgt 1,- Euro und über unsere „Pockets“ kann jeder Anleger seine Sparziele mit unterschiedlichen Risiko/Ertrag-Vorgaben separat besparen:

https://lp.evergreen.de/pockets/

Der Markt braucht Evergreen, weil Geldanlage mit Risiken verbunden ist und diese Risiken professionell gemanaged werden müssen. Wir nennen das „Subscription to Risk Management“.

Manche Anleger fragen sich, ob ein ETF-Sparplan nicht genauso gut, aber renditestärker ist, weil dabei weniger Gebühren anfallen. Wie überzeugen Sie diese Anleger?

Ich stimme voll und ganz zu. Das Konzept Robo-Advisor, welches das Gebührensparmodell „ETF“ mit Service- und Depotgebühren quasi wieder auf das Kostenniveau von aktiv gemanagten Fonds hebt, ist völlig absurd. Ich persönlich sehe keinen Mehrwert im aktuellen Konzept eines Robo-Advisors. Ein ETF-Portfolio lässt sich bequem selbst zusammenstellen, Anleitungen gibt es dafür genug und zwar völlig umsonst. Dafür eine jährliche Servicegebühr zu verlangen, die teilweise das 3- bis 4-fache der ETFs beträgt, ist großer Quatsch. Die niedrigen Assets under Management bei den Robos auf der einen Seite und die stetig steigenden Volumina bei den ETF-Sparplänen belegen das eindeutig. Ich wage zu behaupten, dass es das Modell „Robo-Adviosor“, so wie es heute existiert, nämlich ohne echten Mehrwert für den Anleger, nicht mehr lange bestehen kann.

Wer ohne Risikomanagement auskommt, weil sein Anlagehorizont 20 Jahre und mehr beträgt, ist mit einem ETF-Sparplan am besten bedient.

Was ist Ihre Einschätzung zur Krise. Ist die Krise an den Aktienmärkten ausgestanden?

Als professioneller Asset Manager mit 20 Jahren Erfahrung gibt es darauf nur eine Antwort: Das kann keiner wissen. Prognosen sind mit Unsicherheit behaftet, besonders, wenn sie in die Zukunft gerichtet sind. Wer etwas anderes behauptet, handelt in meinen Augen nicht professionell. Deshalb setzen wir bei Evergreen ausschließlich auf prognosenfreie, systematische Anlegekonzepte.

Wie viele Kunden und angelegte Gelder hat Evergreen bereits?

Wir sind im Februar 2020 mit unserem Angebot live gegangen und verwalten per 16.7.2020 11.615.270 Euro.

Erklären Sie unseren interessierten Anlegern Ihren Anlagemechanismus. Was zeichnet ihn aus?

Bei dem von uns umgesetzten Anlagemechanismus handelt es sich um „passive, dynamic investing“ kurz PDI.

In einem Satz: PDI ist eine synthetische Optionsstrategie, welche das Auszahlungsprofil einer multidimensionalen Collar-Struktur repliziert.

Es handelt sich um eine hochentwickelte Wertsicherungsstrategie, welche das Schwankungsrisiko unserer Anleger genau quantifiziert und mittels dynamischer Asset Allokation, also täglicher Anpassung der Anlagestruktur, prognosefrei steuert. „Passive“ deshalb, weil wir auf die „aktive“ Auswahl von Einzeltiteln verzichten und unser globales Anlageuniversum kostengünstig über Futures (nicht ETFs!) abbilden. „Dynamic“, weil wir die Aktien-, Renten- und Cash-Quoten in unseren Anlegerdepots mittelbar über die Asset Allokation unserer Fonds täglich anpassen.

Der Mechanismus zeichnet sich durch die dynamische Portfoliosteuerung, also die deutliche Reduzierung von Risiken in Krisenphasen und die prognosefreie Partizipation im positiven Marktumfeld aus. Zwar gibt es bei anderen Anbietern ebenfalls Ansätze zur prognosefreien Dynamik, allerdings zeigt die Erfahrung der vergangenen Monate, dass diese Ansätze akademisch teilweise überholt sind und allenfalls halbherzig umgesetzt wurden. In einem Portfolio bestehend aus ETFs ist die tägliche Optimierung der Anlagequoten schon aus Kostengründen quasi unmöglich. Hier kommt uns unsere jahrelange Erfahrung als quantitative Wertsicherungsmanager zugute.

Etwas genauer, für alle die es interessiert:

Die Grundlage des Investmentansatzes bildet ein global diversifiziertes Future Portfolio, mit welchem sich an Marktbewegungen globaler Aktien- und Rentenmärkte beteiligt wird. Der Vorteil in der Nutzung von Futures im Vergleich zu anderen Finanzinstrumenten liegt in ihrer geringen Kostenstruktur, ihrer hohen Liquidität und ihrer Hebelwirkung.

Zur Wertsicherung dieses Portfolios wird dann eine Collar-Optionsstruktur definiert, welche aus einem Protective-Put und einem Long-Call besteht. Eine solche Collar-Optionsstruktur bildet eine Wertuntergrenze und eine Wertobergrenze für die Preisentwicklung des zugrundeliegenden Finanzinstruments. Die Umsetzung dieser Collar-Optionsstruktur erfolgt in Form einer synthetischen Multi-Asset Option.

Bei einer Multi-Asset Option handelt es sich um eine Option, welcher mehrere Finanzinstrumente zugrunde liegen, dies ist in einem Portfolio kostengünstiger als Optionen für alle einzelnen Finanzinstrument einzugehen und erlaubt es Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Finanzinstrumenten abzubilden. Diese Option wird synthetisch umgesetzt, d.h. es wird keine physische Option eingegangen, sondern das Auszahlungsprofil der Option wird im Portfolio repliziert.

Als letzte Komponente der Wertsicherung erfolgt eine Zeitdiversifikation. Dabei wird anstatt einer Multi-Asset Option mit längerer Laufzeit eine rollierende Staffelung von kurzfristigen Multi-Asset Option erstellt, um eine hohe Dynamik der Wertsicherungsstrategie sicherstellen zu können. Die Umsetzung der Zeitdiversifikation erfolgt analog zur Umsetzung einer einzelnen Option synthetisch.

Für Experten, die sich noch stärker für den Ansatz interessieren, haben wir auf dem Podcast-Channel „The Wall Street Lab“ das Konzept der dynamischen Asset Allokation detailliert erläutert (english):

https://www.thewallstreetlab.com/episode-32-iven-kurz-passive-dynamic-investing/.

Was planen Sie für die nächsten Monaten – mit welchen Innovationen können wir von Ihnen rechnen?

Wir haben gerade unsere Pockets, das sind unbegrenzte virtuelle Unterdepots mit individuellem Risiko/Ertrag-Profil, online genommen. Außerdem steht unseren Anlegern ab sofort unsere Expertenanalyse mit Echtzeit-Allokation zur Verfügung.

Noch in diesem Jahr schalten wir folgende weitere Features frei:

  • virtuelle Depots, um ohne Registrierung die Asset Allokation und Wertentwicklung virtueller Pockets nachverfolgen zu können
  • Evergreen für vermögenswirksame Leistungen im „VL-Pocket“
  • Kinderdepots
  • maximum Drawdown für jedes Einzelpocket
  • rollierende Volatilität
  • Performance-Attibution, also die Zerlegung der Wertentwicklung in ihre Bestandteile aus Aktien, Renten, Cash, Gebühren, Regionen, Währung in Echtzeit

Nächstes Jahr folgen:

  • Evergreen Riester im „Riester Pocket“
  • Evergreen Rürup im „Rürup Pocket“
  • Evergreen betriebliche Altersvorsorge im „bAv Pocket“
  • Aggregation von Fremddepots, Immobilienvermögen, Girokonten, gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge, Riester und Rürup zu genauen Prognose der Renteneinkünfte

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robo-advisor.de als Autor

Was ist ein Robo-Advisor?

Auch als "automatisierte Vermögensverwaltung" bezeichnet, sollen Robo-Advisor die bessere Alternative zum klassischen Bankberater sein.

Wer sein Geld zum Beispiel fürs Alter anlegen möchte, ging früher zum Bankberater. Der empfiehlt Fonds und Zertifikate - meistens solche, mit denen er gute Provisionen verdient. Deswegen haben die verkauften Produkte häufig schlechte Renditen.

"Nur 3 von 23 Banken beraten gut", so die Stiftung Warentest im Januar 2016.

Mehr Rendite als bei der Bank

Robo-Advisor entscheiden hingegen auf Basis mathematischer Modelle automatisch, wie das Geld auf verschiedene Anlagen aufgeteilt wird.

Unterm Strich soll die Geldanlage dadurch besonders renditestark sein, weil viel geringere Kosten anfallen.

In den USA werden (Stand: März 2016) schon umgerechnet über 44 Milliarden Euro von Robo-Advisors verwaltet.

Seit Jahren bekannt

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