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ETF-Sparplan oder Riester – Neue Möglichkeiten in der privaten Altersvorsorge

Die Regierung um Altkanzler Gerhard Schröder hatte 2002 die Riester-Rente eingeführt, um auf eine drohende Altersarmut zu reagieren. Die private Altersvorsorge wird fortan vom Staat mit Zulagen und Sonderausgabenabzug gefördert.

Der Begriff Riester-Rente oder „riestern“ geht dabei zurück auf den damaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Walter Riester. Neben den klassischen Versicherungsverträgen ist es seit 2015 möglich, mit ETF-Sparplänen zu riestern.
ETF Sparplan oder Riester

Wie funktioniert riestern?

Beim Riestern ist die förderberechtigte Person verpflichtet, einen jährlichen Mindestbetrag einzuzahlen. Dieser liegt derzeit bei 4 Prozent des Jahresgehalts (wenigstens aber 60 Euro Pro Jahr) vom Vorjahr und wird bei maximal 2.100 Euro gedeckelt.

Gleichzeitig können bis zu 2.100 Euro als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Die Förderung des Staates wird in Form einer Grundzulage für den Antragsteller bewilligt. So erhält der Vertragsnehmer einer Riester-Rente pro Jahr 175 Euro sowie 300 Euro pro Kind und pro Jahr, sofern dieses ab dem 01.01.2008 geboren wurde und wenigstens einen Monat Anspruch auf Kindergeld hat.

Anspruch auf eine Riester-Rente haben z. B. die folgenden Berufsgruppen:

  • rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
  • Amtsträger
  • rentenversicherungspflichtige Selbständige (z. B. Handwerker und Künstler)
  • Bezieher von Arbeitslosengeld
  • Bezieher von Krankengeld
  • ALG-II-Empfänger
  • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Beamte, Richter und Soldaten
  • vollständig erwerbsgeminderte oder dienstunfähige Personen
  • Kindererziehende

Und was ist mit Selbstständigen, die nicht rentenversicherungspflichtig sind? Diese erhalten bei der Riester-Rente keine staatlichen Zulagen. Auch Sparraten können in der Steuererklärung nicht geltend gemacht werden.

Trotzdem gibt es Vorteile. Entscheidet sich ein Selbstständiger für eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren, so sind 50 Prozent des Wertzuwachses steuerfrei, wenn die Auszahlung frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres erfolgt.

Die anderen 50 Prozent werden ganz normal als Kapitalerträge versteuert. Auch wird während der gesamten Laufzeit keine Abgeltungssteuer fällig, da die Beträge nicht ausgezahlt werden, sondern im Depot verbleiben.

Für alle berechtigten Bezieher der Riester-Rente gilt: In der Auszahlungsphase ist die Riester-Rente voll zu versteuern. Dabei muss die Auszahlung als lebenslange Rente erfolgen und darf nicht vor dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden, sofern der Vertrag ab 2012 abgeschlossen wurde.

Darüberhinaus muss garantiert werden, dass bei der Auszahlung mindestens die Summe ausgezahlt wird, die zuvor durch den Sparer und die staatlichen Zulagen eingezahlt wurde. Ein Verlust der Einzahlung ist per Gesetzt also nicht möglich, aber nominal durch die Inflation.

Um eine Riester-Rente abzuschließen zu können, gibt es verschiedene Vertragsformen, die durch die BaFin gemäß des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz zertifiziert sind. Die beliebteste Vertragsform ist immer noch der Versicherungsvertrag. Von derzeit knapp 16,5 Millionen Riester-Verträgen sind davon 10,9 Millionen Versicherungsverträge.

Doch von Verbraucherschützern kommt immer öfter Kritik, dass sich die klassischen Versicherungsverträge nicht mehr lohnen. Hohe Gebühren und geringe Erträge würden die Zulage vom Staat fast auffressen. Auch gehen die Versicherungsverträge davon aus, das man 100 Jahre und mehr alt wird. Die monatlichen Raten in der Auszahlung sind damit sehr gering.

Riestern mit ETF-Sparplänen

Riester-Verträge sind Anlageformen, die staatlichen Regularien zur Sicherung der Rente unterliegen. Seit 2015 ist es daher auch möglich, mit ETF-Sparplänen zu riestern. In  Investmentfonds anzulegen und zu riestern war aber vorher auch schon möglich, eben aber nicht in ETFs.

Natürlich kann jeder Anleger unabhängig davon einen eigenen ETF-Sparplan anlegen oder Gelder in ETFs durch Robo-Advisor verwalten lassen. Doch die Kombination der gesetzlichen Riester-Rente und eine Investition in ETF-Sparpläne bringt viele Vorteile. Ein „entweder Riester oder ETF-Sparplan“ steht damit nicht mehr zur Debatte.

▶︎ Mehr zum Thema: Was sind ETF-Sparpläne?

Fairr Erfahrungen und Kostenübersicht

Auf die Kombination ETF-Sparplan und Riester-Vertrag und die damit verbundenen Vorteile für den Sparer hat sich das Startup fairr.de spezialisiert. Denn bislang sind Angebote der DWS, Allianz oder DEKA recht intransparent und teuer.

Statt proaktiv auf die ETFs und deren Vorteile zu verweisen, wird immer noch mit der klassischen Riester-Rente geworben. Erst tiefgründige Recherche legt offen, welche ETFs z. B. der Riester- ETF-Sparplan der Allianz Lebensversicherung RiesterRente InvestFlex Tarif ARF1U beinhaltet. Das sind:

  • ComStage FR DAX® UCITS ETF (EUR) – WKN ETF002
  • ComStage FR EURO STOXX 50® UCITS ETF (EUR) – WKN ETF054
  • ComStage MSCI World TRN UCITS ETF (EUR) – WKN ETF110
  • ComStage S&P 500 UCITS ETF (EUR) – WKN ETF012

Die Effektivkosten liegen bei diesem Riester-ETF-Sparplan bei 1,48%, was im Hinblick auf die Alternativen sehr teuer ist. Kosten von weniger als 1,00 Prozent sind möglich.

Das Startup fairr.de schafft Transparenz und bietet darüber hinaus günstige Konditionen an. So erhält der Anleger mit nur wenigen Klicks ein individuelles Angebot. Neben einer transparenten Übersicht der Geldanlage werden zahlreiche Informationen gegeben.

ETF Sparplan oder Riester - Wertentwicklung

Auch das Portfolio kann im Detail eingesehen werden. Die Fondsaufteilung ist dabei von der Restlaufzeit bis Rentenbeginn abhängig. Ein genaue Übersicht findet sich auf der Webseite.

ETF Sparplan oder Riester - Portfolio

Bei einer Rendite von fünf Prozent würde eine Rente von 440 Euro herauskommen. Die Effektivkosten liegen bei 0,96 Prozent. Auch Robo-Advisor kommen auf ähnliche Kosten. Als Partner stehen der Vermögensverwalter der Sutor Bank und die mylife Lebensversicherung AG zur Seite.

ETF Sparplan oder Riester - Monatsbeiträge

Neben der ETF-Riester-Rente kann auch in eine Rürüp-Rente investiert werden. Sollte man seinen bisherigen Riestervertrag auflösen und zu fairr.de transferieren wollen, zahlt das Unternehmen bis zu 150 Euro Wechselbonus. Außerdem fallen keine Abschlussprovisionen oder Ausgabeaufschläge an, die niedrige Kosten für den Sparer ermöglichen.

Fazit: ETF-Sparpläne können seit 2015 als Riester-Vertrag erworben werden. Neben den jährlichen Zulagen vom Staat (175 Euro für den Anleger und 300 Euro pro Kind) profitiert der Anleger von den Renditen. Diese lagen im Schnitt beim 5,5 Prozent.
Nachteil: Das Vermögen wird als Rente frühestens ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt. Eine liquide Verfügung über das Kapital ist damit nicht möglich. Wer jedoch eine Familie gründet, der kann damit eine solide Grundlage fürs Alter schaffen.
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robo-advisor.de als Autor

Was ist ein Robo-Advisor?

Auch als "automatisierte Vermögensverwaltung" bezeichnet, sollen Robo-Advisor die bessere Alternative zum klassischen Bankberater sein.

Wer sein Geld zum Beispiel fürs Alter anlegen möchte, ging früher zum Bankberater. Der empfiehlt Fonds und Zertifikate - meistens solche, mit denen er gute Provisionen verdient. Deswegen haben die verkauften Produkte häufig schlechte Renditen.

"Nur 3 von 23 Banken beraten gut", so die Stiftung Warentest im Januar 2016.

Mehr Rendite als bei der Bank

Robo-Advisor entscheiden hingegen auf Basis mathematischer Modelle automatisch, wie das Geld auf verschiedene Anlagen aufgeteilt wird.

Unterm Strich soll die Geldanlage dadurch besonders renditestark sein, weil viel geringere Kosten anfallen.

In den USA werden (Stand: März 2016) schon umgerechnet über 44 Milliarden Euro von Robo-Advisors verwaltet.

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