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Die beste Geldanlage ohne Risiko – gibt es so etwas?

Die beste Geldanlage ohne Risiko

Wer sein hart erarbeitetes Geld anlegt, will möglichst nach ein paar Jahren mehr Geld erwirtschaftet haben, als er vorher hatte. Ein Verlust des Vermögens soll vermieden werden. Doch das Risiko – z. B. bei Aktien – kann Portfolios vernichten, aber auch durch die Decke gehen lassen.

Seit der letzten Finanzkrise ist erneut klar geworden, wie spekulativ und unvorhersehbar die internationalen Märkte im Wertpapiergeschäft sein können. Daher die berechtigte Frage: Gibt es eine Geldanlage, die ohne Risiko ist und das Vermögen trotzdem wachsen lässt?

Doch die Frage muss derzeit leider mit Nein beantwortet werden, wenn man Renditen anstrebt, die das Geld langfristig mehren. Und genau hier wird die Crux des Finanzmarktes offensichtlich: Wer hohe Renditen sucht, geht immer ein hohes Risiko ein.

Anleihen gelten jeher als risikoarme Produkte. Daher legen z. B. Robo-Advisor Kundengelder in Anleihen an, wenn Anleger eine risikoarme Strategie wählen. Wählt man bei einem Robo-Advisor die risikoärmste Strategie, so beträgt der Anteil von Anleihen oft 90 Prozent. Bei der risikoreichsten Strategie liegt der Anteil von Aktien oft bei mehr als 80 Prozent.

Folgend ein Beispiel der Zusammensetzung eines Portfolios beim comdirect AnlageAssistent cominvest.

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Schaut man sich hingegen Aktien an, so gelten diese als risikoreiches Produkt. Hier sind satte Kursgewinne und -verluste möglich. Das Risiko und die Volatilität sind wesentlich höher als bei Anleihen. Der historische Verlauf zwischen DAX und Bundesanleihen zeigt diesen Unterschied sehr deutlich.

Die beste Geldanlage ohne Risiko - DAX vs. Bundesanleihen
Quelle: navigator.mmwarburg.de

Es gab bis 2007 eine Geldanlage, die etwas wie das Sparer-Paradies darstellte. Festgeldkonten oder Sparbriefe boten eine feste Verzinsung von bis zu vier Prozent an. Sparbücher boten Jahrzehnte davor auch schon mal sechs bis acht Prozent Zinsen. Sofern die Bank nicht pleite ging, war das Risiko also fast Null.

Die beste Geldanlage ohne mit geringem Risiko

Da Geld anlegen ohne Risiko nicht möglich ist, muss man die Frage umformulieren: Was ist die beste Geldanlage mit geringem Risiko? Aber auch diese Frage lässt sich pauschal nicht so leicht beantworten.

Auch wenn zuvor gesagt wurde, dass Aktien risikoreicher und Anleihen risikoärmer sind, können sie über einen langen Zeitraum betrachtet eine ähnliche Rendite einbringen, wenn man das Geld einfach liegenlässt und abwartet. Aber auch alle anderen Geldanlagen wie Gold, Rohstoffe, Immobilien, Termingeschäfte oder Kryptowährungen wie Bitcoin bieten Risiken.

Wer kurzfristige Gewinne durch eine Market-Timing-Strategie anstrebt, kann Kursschwankungen ausnutzen und damit höhere Renditen (theoretisch) einfahren. In über 50 Prozent der Fälle klappt das aber nicht und hat daher viel mit Glücksspiel zu tun.

Bei der Market-Timing-Strategie soll durch das Deuten der Marktsignale versucht werden, den richtigen Einstiegs- und Ausstiegs-Zeitpunkt beim Handeln von Aktien zu finden.

▶︎ Was ist Market-Timing? Jetzt mehr erfahren.

Es gibt ein Problem mit geringem Risiko: Ein zu geringes Risiko senkt die Rendite, die Inflationsbereinigt kaum noch etwas für den Anleger übrig lässt. Und hier kommt das Tages- oder Festgeld ins Spiel. Ja, diese Anlageformen haben immer noch das geringste Risiko, bringen aber derzeit (Stand 18. Januar 2018) allerhöchstens zwei Prozent Bruttorendite.

Was kann man tun, um das Risiko zu senken, aber die Rendite hochzuhalten („hohe Rendite ohne Risiko“)?

Ein geringes Risiko bedeutet in diesem Fall vielmehr, dass man versucht, Kursschwankungen durch Investitionen in verschiedene Produkte und Klassen auszugleichen. Gleichzeitig soll aber eine hohe Rendite ermöglicht werden, die das Geld solide mehrt.

Das schafft man durch Diversifikation bzw. Streuung des Vermögens auf mehrere branchen- und geografisch-unabhängige Anlageklassen.

Der Grundstein für diese Erkenntnis hat die Markowitz-Theorie aus dem Jahr 1952 gelegt. Harry Markowitz hatte durch Berechnungen gezeigt, dass eine breite Streuung von Vermögen auf verschiedene Anlageklassen eine optimales Verhältnis von Rendite und Risiko ermöglicht. So können Portfolios entwickelt werden, die effizient arbeiten.

▶︎ Was beschreibt die Markowitz-Theorie? Jetzt mehr erfahren.

Das Prinzip der Diversifikation nutzen auch die meisten Robo-Advisor. So setzen sich die Portfolios meistens aus Aktien, Anleihen, Rohstoffen und/oder Gold zusammen. Investiert wird dabei in Aktien und Anleihen aus den USA, Europa, Japan und diversen Schwellenländern.

Zusammensetzung eines Portfolios vom Robo-Advisor Baloise Monviso
Zusammensetzung eines Portfolios vom Robo-Advisor Baloise Monviso

Darüberhinaus überwacht ein Robo-Advisor die Portfolios und greift wie ein Vermögensverwalter ein, sobald Verluste drohen. Das geschieht entweder nach Bedarf und börsentäglich oder einmal pro Jahr.

In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 20 Unternehmen, die die Robo-Advisor-Technologie anbieten. Ein Robo-Advisor wählt für den Anleger Portfolios sowie dazugehörige Strategien aus.

Was vor ein paar Jahren noch kostenintensiv der menschliche Vermögensverwalter übernommen hat, bewerkstelligt nun der smarte Algorithmus. Dank der Automatisierung können mehrere Portfolios effizient und kostengünstig bearbeitet werden.

Eine Übersicht zu Deutschen Robo-Advisorn gibt es folgend:

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Zusammengefasst: Was sollte man beachten?

Wer Geld gewinnbringend anlegen will, kann Risiko nur vermeiden, aber nicht komplett ausschließen. Daher geben wir folgende Ratschläge:

  1. Investieren Sie nur Geld, über das Sie auch wirklich frei verfügen können und was Sie nicht für den täglichen Gebrauch benötigen. Besitzen Sie kein nennenswertes Vermögen, so sollten Sie nicht mehr als zehn Prozent Ihres monatlichen Bruttoeinkommens investieren. Es wird Ihnen sonst irgendwo anders fehlen.
  2. Je höher die versprochene Rendite, desto höher ist auch das Risiko. Klar, jeder will hohe Gewinne und am besten auch noch kurzfristig erzielen. Aktien und Fonds versprechen schnelles Wachstum. Achten Sie daher darauf, die Risiken genauestens zu kennen.
  3. Bauen Sie ein breit-diversifiziertes Portfolio auf, dass nicht nur aus Aktien und Fonds besteht, sondern auch risikoarme Geldanlagen, wie Anleihen oder Tagesgeld, enthält. Wenn Sie davon keine Ahnung haben, dann sind Robo-Advisor die richtigen Helfer für Einsteiger.
  4. Auch wenn die Kurse einbrechen, Ihr Portfolio gerade Verluste macht und Sie sogar die vorherigen Punkte beherzigt haben, bleiben Sie geduldig und warten Sie ab. Die Kurse werden auch wieder steigen und damit Ihre Renditen.
  5. Investieren Sie nur in etwas, was Sie auch verstehen. Wenn Ihnen etwas seltsam und unlogisch vorkommt, dann informieren Sie sich darüber. Merken Sie dabei, dass ein Vermögensverwalter oder Händler von Finanzprodukten intransparent ist, lassen Sie die Finger davon.
  6. Niemand kann den Markt vorhersagen, auch wenn die Marktkenntnis noch so umfangreich ist. Beherzigen Sie diese Regel immer. Behauptet jemand etwas anderes, so basieren diese Entscheidungen auch auf dem Bauchgefühl.
  7. Achten Sie immer auf die Kosten, sonst sind die Renditen schnell wieder weg. Jeder am Markt will etwas verdienen. Auf Ihre Finanzprodukte zahlen Sie z. B. Verwaltungsgebühren, wenn sie einen Vermögensverwalter beauftragen oder einen Robo-Advisor nutzen. Diese liegen für einen Robo-Advisor in der Regel zwischen 0,5 und 1,5 Prozent und bis zu 5 Prozent bei einem menschlichen Vermögensverwalter. Und auch der Fiskus will etwas verdienen. Die Kapitalertragssteuer liegt in Deutschland bei 25 Prozent.

Fazit: Eine Geldanlage ohne Risiko gibt es nicht. Und wenn es sie gibt, ist die Rendite so gering, dass es sich nicht lohnt. Daher gilt: Informieren Sie sich und senken Sie das Risiko durch eine solide Anlagestrategie. 

Als Anlagetrend lohnen sich Robo-Advisor und ETFs im Blick zu haben. ETFs sind Exchange Traded Funds, die einen Index wie den DAX nachbilden und es Ihnen ermöglichen, kostengünstig in zahlreiche Anlageklassen zu investieren.

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