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VisualVest – Test und Erfahrungen

Union Investment bietet über Visual Vest eine Online-Vermögensberatung mit Geldanlagen für einheitlich 0,6 Prozent im Jahr an. Der Anbieter empfiehlt sich insbesondere für Kunden, die Wert auf nachhaltige Anlageformen und guten Kundenservice legen.

Was kostet mich eine Geldanlage bei VisualVest?

VisualVest - Test und Erfahrungen

VisualVest – Gebühren und Konditionen

Anbieter VisualVest
Vermögensverwaltung (pro Jahr) 3 Euro pro Monat (bis 6.000 Euro Depotwert)
0,05% pro Monat (ab 6.000 Euro Depotwert)
Für Anleger unter 27 Jahren entfällt die Grundgebühr
Fondskosten pro Jahr 0,19% – 0,47% (maximal)
Erfolgsbeteiligungsgebühr Keine
Ausgabeaufschlag Entfällt
Mindestanlagebetrag 500 Euro
Kündigungsfrist Keine
Investmentvehikel Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Geldmarkt
Kontoführende Bank Union Investment Service Bank AG
100.000 € gesetzliche Einlagensicherung
Anlagestrategie Passiv
Anzahl Risikoklassen 7 (3 für nachhaltige Fonds)
Sparplan Ja (ab 25 Euro)
App Ja

Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, hat mit VisualVest eine Online-Vermögensberatung ins Leben gerufen.

Durch diese sollen – so die Selbstdarstellung – vor allem junge, technikbegeisterte Kunden im Alter von 18 bis 35 Jahren angesprochen werden. Man spricht auch von den sogenannten Young Urban Professionals.

Als digitaler Vermögensverwalter setzt VisualVest, wie jeder andere Anbieter auch, hauptsächlich auf börsennotierte Indexfonds, auch ETFs genannt. Hauseigene Fonds von Union Investment werden bewusst nicht angeboten, um deren Exklusivität bei den Volks- und Raiffeisenbanken zu gewährleisten und den bisherigen Vertriebskanal nicht zu kannibalisieren.

Robo-Advisor.de stellt in diesem Beitrag das Geschäftsmodell von VisualVest vor. Zudem fassen wir die von verschiedenen Finanzportalen bereits vorhandenen Erfahrungen mit Visual Vest übersichtlich zusammen.

Tipp: Das Wichtigste vorweg: es handelt sich um einen passiven Robo-Advisor, der nur einmal im Jahr die Portfoliozusammenstellung überarbeitet. Unsere Empfehlung sind zurzeit aktive Robo-Advisor wie Whitebox oder Scalable Capital.

Das Unternehmen und die Sicherheit der Anlagen

VisualVest - Test und Erfahrungen

Union Investment ist in Deutschland die erste Fondsgesellschaft mit einer angeschlossenen Online-Vermögensverwaltung. VisualVest wurde Anfang 2015 gegründet. Der Hauptsitz befindet sich in Frankfurt am Main.

Geschäftsführer und Mitgründer von VisualVest ist Dr. Olaf Zeitnitz. Seine Karriere begann Dr. Zeitnitz als Projektleiter bei der SGZ-Bank in den Bereichen Risikomanagement, eCommerce und Wertpapiertransaktionen. Seit 2006 ist er einer der Geschäftsführer der Union IT Services GmbH.

Kontoführendes Depotinstitut ist die Union Investment Service Bank AG, eine 100-prozentige Tochter der Union Investment Gruppe. Investment- und börsengehandelte Indexfonds (ETFs) zählen zum sogenannten Sondervermögen und sind im Fall einer Insolvenz geschützt. Zusätzlich unterliegen Investmentfonds strengen Regeln und werden durch die BaFin überwacht.

VisualVest selbst ist kein Vermögensverwalter mit BaFin-Lizenz, sondern ein Finanzanlagenvermittler nach § 34f Abs. 1 Gewerbeordnung. Die Union Investment Service Bank AG unterliegt jedoch der gesetzlichen Einlagensicherung.

Gebühren und Konditionen

VisualVest - Test und Erfahrungen

Die Eröffnung eines Kontos ist, wie bei Robo Advisorn üblich, kostenfrei. Die Mindestanlage liegt bei 500 Euro, also etwas weniger als bei Scalable Capital (10.000 Euro) oder Whitebox (5.000 Euro). Sparpläne können aber bereits ab 50 Euro monatlich realisiert werden, mit und ohne zusätzliche Einmalanlage.

VisualVest erhebt eine Servicegebühr von 0,05 Prozent pro Monat, was 0,6 Prozent pro Jahr entspricht. Diese bezieht sich auf einen Mindestdepotwert von 6000 Euro. Ansonsten fallen 3 Euro pro Monat an. Für junge Anleger unter 27 Jahren entfällt die Grundgebühr – das bietet so kein anderer Robo-Advisor. Im Vergleich zu Scalable Capital (0,75%) oder Whitebox (0,95% unter 30.000 Euro Anlagesumme) sind die Gebühren geringfügig niedriger, allerdings bietet VisualVest auch etwas weniger Leistung.

Zusätzlich fallen Verwaltungsgebühren im Bereich von 0,19 – 0,47 Prozent für die ETF-Fonds und 1,06 – 1,84 Prozent für aktiv gemanagte Fonds an, die VisualVest einfach durchreicht. Auch das ist im Markt so üblich.

Transaktionskosten, Ausgabeaufschläge oder Performance-Gebühren fallen keine an bzw. sind bereits in der Servicepauschale enthalten. Die Gebühren werden einmal jährlich im Dezember erhoben.

In Relation zu anderen Fintech-Unternehmen befinden sich die Gesamtkosten bei VisualVest im Mittelfeld.

Anlagestrategie

VisualVest - Test und Erfahrungen

Das Angebot wird bei VisualVest einfach und übersichtlich gehalten. Potenzielle Kunden durchlaufen auf der Homepage ein Auswahlverfahren, das sich aus Anlegertyp, Anlagebetrag und Anlagezeitraum zusammensetzt.

VisualVest - Test und Erfahrungen

Auf Basis der Antworten wird dem Kunden ein zu ihm passendes Portfolio vorgeschlagen. VisualVest arbeitet mit Monte-Carlo-Simulationen, um die Wertentwicklung von Portfolios zu prognostizieren.

Das Anlagekonzept von VisualVest fokussiert sich auf die Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz, die auf einer hohen Risikodiversifikation basiert.

Insgesamt werden 3 verschiedene Portfolioformate angeboten:

  • ETFs
  • Aktiv gemanagte Risikofonds
  • Grüne Fonds

ETFs werden passiv gemanagt und bilden einen Index nach. Sie sind daher kostengünstiger als aktive gemanagte Fonds, bei denen Fondsmanager jederzeit Umschichtungen vornehmen und somit auf Kursschwankungen reagieren.

Zusätzlich bietet VisualVest noch 3 Risikoklassen für nachhaltige Fonds an. Diese berücksichtigen neben Performance-Kriterien auch ethische, soziale und ökologische Aspekte. Bei der Auswahl orientiert sich der Anbieter am Siegel des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG).

Insgesamt setzen sich die Portfolios aus 4 Anlageklassen zusammen:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Rohstoffe
  • Geldmarkt

Für EFTs und aktiv gemanagte Portfolios werden jeweils 7 Risikoklassen angeboten. Die einzelnen Portfolios unterscheiden sich in der Gewichtung der Anlageklassen, je nach Risikoneigung des Kunden. Einmal im Jahr wird ein Rebalancing, also eine Umschichtung der Portfolio- Zusammensetzung vorgenommen. Dieses ist nötig, damit das Portfolio langfristig zur Risikoneigung des Kunden passt.

VisualVest - Test und Erfahrungen

Durch eine breite Streuung der Anlagen soll das Risiko für den Kunden minimiert werden. Dafür wird in über 13.000 Fonds weltweit in unterschiedlichen Branchen (z.B. Gesundheit, Energie) investiert.

VisualVest – Meinungen, Erfahrungen und Tests

Anbieter Stärken Schwächen Urteil
VisualVest - Test und Erfahrungen
  • Innovative und nachhaltige Anlagestrategien
  • Guter Kundenservice
  • Gebühren im Mittelfeld der Anbieter
  • Passive Anlagestrategie
gut (3,5 von 5)
VisualVest - Test und Erfahrungen
  • Gutes Geschäftsmodell
  • Sehr gute Kostentransparenz
  • Verständlichkeit der Risikofragen befriedigend
Keine
VisualVest - Test und Erfahrungen
  • Geringe Mindesteinlage
  • Renommierte Depotbank
  • Zahlreiche Anlagestrategien
  • Gute Kundenbewertungen
  • Rebbalancing nur einmal pro Jahr
  • Fehlende BaFin-Lizenz
Echtgeld-Test
VisualVest - Test und Erfahrungen
  • Geringe Mindestanlage
  • Große Fondsauswahl
  • Breite Streuung
  • Nachhaltige Anlageoptionen
  • Keine
Keine

Fazit Robo-Advisor.de

VisualVest überzeugt in den Tests durch innovative, nachhaltige Anlagestrategien und gutem Kundenservice. Die Gebühren bewegen sich im Mittelfeld der Anbieter. Da VisualVest im Unterschied zu Whitebox oder Scalable Capital dafür lediglich passive Anlagestrategien verfolgt, bekommt der Anbieter von Robo-Advisor.de die Note gut (3,5 von 5).

Interview mit Dr. Olaf Zeitnitz – Geschäftsführer von VisualVest

Was ist das Besondere an Ihrer Investmentstrategie?
VisualVest - Test und Erfahrungen
Dr. Olaf Zeitnitz

Dr. Zeitnitz: „Als 100-prozentige Tochter der Union Investment unterscheidet sich VisualVest von anderen Anbietern, da wir die jahrelange Erfahrung eine der führenden Fondsgesellschaften Deutschlands mit der Schnelligkeit, Einfachheit und Transparenz eines modernen Online-
Angebots kombinieren. Dadurch bieten wir unseren Kunden ein großes Maß an Expertise und Sicherheit. In Finanzfragen sind diese beiden Faktoren wesentliche Kriterien. Da wir auf das umfassende Angebot einer der größten Fondsplattformen zurückgreifen, sind wir in der Lage, Privatanlegern breit gestreute Portfolios aus einer im
Online-Markt einzigartigen und breiten Produktpalette anzubieten.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind unsere breit gestreuten Portfolios aus nachhaltigen Fonds. VisualVest ist der einzige Anbieter, der neben Portfolios aus ETFs und aktiv gemanagten Fonds auch Portfolios aus nachhaltigen Fonds anbietet –und das anbieterunabhängig. Auch die Renditen unserer Portfolios können sich sehen lassen, so erreichte z. B. unser mittleres ETF-Portfolio mit ausgewogenem Rendite-Risiko-Verhältnis im Jahr 2016 eine Wertentwicklung von 10,43 Prozent. Jeder Interessent hat bei uns die Möglichkeit, sich ganz unverbindlich und ohne die Eingabe persönlicher Daten, wie Name und Emailadresse, ein Portfolio empfehlen zu lassen. Zudem bieten wir Anlegern die Möglichkeit, einen Zielbetrag einzugeben, auf den sie sparen möchten. Wir behalten dieses Ziel stets im Auge und prüfen, ob und wann dieses realistisch erreicht werden kann. Bei Veränderungen gehen wir aktiv auf den Anleger zu und machen Vorschläge, wie die Zielerreichung doch noch möglich sein kann.“

Was unterscheidet VisualVest von anderen Robo-Advisorn?

Dr. Zeitnitz: „Wir haben für sieben unterschiedliche Risikoklassen insgesamt
siebzehn Portfolios, unsere „VestFolios“ und „GreenFolios“, zusammengestellt. Sieben VestFolios bestehen aus aktiv verwalteten Fonds und sieben aus passiven, börsengehandelten Indexfonds (ETFs). In jeder Risikoklasse bieten wir somit ein Portfolio aus ETFs und eines aus aktiv verwalteten Fonds an. Zudem gibt es drei GreenFolios, die ausschließlich aus aktiv gemanagten, nachhaltigen Fonds bestehen. Unseren Portfolios liegt die Theorie der Diversifikation zugrunde, da mit einer Kombination aus mehreren Anlageklassen ein besseres Risikoprofil erreicht werden kann, als mit einzelnen Anlageklassen. Die Portfolios von VisualVest bestehen jeweils aus vier
Hauptanlageklassen, die sich zur stärkeren Diversifikation in bis zu neun Unteranlageklassen aufteilen.

Die Hauptanlageklassen sind Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Geldmarkt. Die sieben Risikoklassen
unterscheiden sich durch die Gewichtung der Anlageklassen, die sich an der Risikoneigung der Anleger orientiert.

Für sicherheitsorientierte Anleger, die sich in die Risikoklassen eins und zwei einordnen, bieten wir Portfolios mit sehr wenig Aktien- und Rohstoffanteilen und mehr Anleihen sowie Geldmarktfonds an. Für Anleger, die für mehr Rendite auch ein höheres Verlustrisiko akzeptieren und sich somit in den höheren Risikoklassen bewegen, gibt es Portfolios mit einem hohen Anteil an Aktien aus Schwellenländern und Rohstoffen. Die Zusammenstellung und Überwachung unserer Portfolios liegt in den Expertenhänden des Portfoliomanagements von Union Investment. Somit nutzt VisualVest die langjährige Erfahrung und das fundierte Wissen eines Expertenteams, das auf den
aktuellsten Stand wissenschaftlich fundierter Portfoliotheorien zurückgreift. Unser Ziel ist eine langfristige Anlagestrategie und eine solide, qualitativ hochwertige Auswahl an Fonds.

Dafür bieten wir unseren Anlegern folgende Services an: Regelmäßige Überprüfung der optimalen Anlageklassen-Allokation der Portfolios, kontinuierliche Prüfung der Einzelfonds und ein automatisches Rebalancing. Die Risikoklassen und Allokationen der Portfolios werden regelmäßig von unseren Experten der Union Investment überprüft. Falls eine veränderte Allokation der Portfolios erforderlich ist, informiert VisualVest den Kunden und spricht eine Empfehlung für die geänderte Fondsallokation aus. Zusätzlich wird eine kontinuierliche quantitative und qualitative Bewertung der angebotenen Fonds in den Portfolios durchgeführt.

Entspricht ein Fonds nicht mehr den Best-in-Class-Qualitätskriterien, wird VisualVest dem Kunden eine neue Fondsempfehlung aussprechen. Beim Rebalancing prüfen wir, ob eine Umschichtung der Geldanlage zur Wiederherstellung der ursprünglich gewählten Portfoliozusammensetzung notwendig ist. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass die Portfolios unserer Anleger stets zu ihrem individuellen Risikoprofil passen.“

Wo sehen Sie VisualVest in 5 Jahren und wie wird sich die Branche entwickeln?

Dr. Zeitnitz: „Wir erwarten, dass der Markt hinsichtlich Kunden und Anlagevolumen in den nächsten Jahren weiter wachsen wird, die Zahl der Robo-Advisor jedoch nicht unbedingt ansteigen, sondern
ggf. sogar fallen wird. Es werden neue Anbieter an den Start gehen, andere aus dem Markt austreten, gekauft oder fusioniert werden. In den nächsten Jahren rechnen wir mit einem exponentiellen Wachstum an Kunden und Anlagevermögen. Es ist allerdings schwierig, vorherzusagen, wie schnell das Anlagevolumen ansteigen wird, da dies auch von den Entwicklungen am Finanzmarkt und der Zinspolitik abhängt. In den USA haben Wealthfront und Betterment in einem größeren Markt einige Jahre gebraucht, um 4-5 Mrd. US $ Bestand zu erreichen. Ab Mitte des Jahres wird unsere Technologie auch als Whitelabel-Plattform ergänzend zur persönlichen Beratung in Banken der Genossenschaftlichen Finanzgruppe eingesetzt.

Durch eine solche Hybrid-Lösung, d. h. die Kombination von Vor-Ort-Beratung und innovativer Technologie in Form von Robo-Advice, erwarten wir einen zusätzlichen Aufschwung. Unser Ziel ist es, in 5 Jahren in den Bereichen Anlagevermögen und Kundenanzahl unter den führenden Robo Advisorn Deutschlands zu sein. Neben einer quantitativen Weiterentwicklung liegt unser Fokus aber auch darauf, unsere Erfahrungen in den genossenschaftlichen Sektor zu übertragen.“

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Was ist ein Robo-Advisor?

Auch als "automatisierte Vermögensverwaltung" bezeichnet, sollen Robo-Advisor die bessere Alternative zum klassischen Bankberater sein.

Wer sein Geld zum Beispiel fürs Alter anlegen möchte, ging früher zum Bankberater. Der empfiehlt Fonds und Zertifikate - meistens solche, mit denen er gute Provisionen verdient. Deswegen haben die verkauften Produkte häufig schlechte Renditen.

"Nur 3 von 23 Banken beraten gut", so die Stiftung Warentest im Januar 2016.

Mehr Rendite als bei der Bank

Robo-Advisor entscheiden hingegen auf Basis mathematischer Modelle automatisch, wie das Geld auf verschiedene Anlagen aufgeteilt wird.

Unterm Strich soll die Geldanlage dadurch besonders renditestark sein, weil viel geringere Kosten anfallen.

In den USA werden (Stand: März 2016) schon umgerechnet über 44 Milliarden Euro von Robo-Advisors verwaltet.

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