13 deutsche Robo-Advisor im Test

Robo-Advisor versprechen uns, die nächste Generation der Geldanlage zu sein. Sie legen unser Geld automatisiert an, sind schlauer als Bankberater – und dazu noch günstiger.

Doch unser Testbericht verschiedener Robo-Advisor hat ergeben: nicht alle Anbieter sind so klug wie ihr Name suggeriert. Wir erklären Ihnen, wann ein Robo-Advisor Sinn macht, welcher Anbieter der beste ist (direkt zum Testsieger) und worauf Sie achten müssen.

1. Die zwei Arten von Robo-Advisorn im Test

Sie müssen zwischen zwei Arten von Robo-Advisorn unterscheiden:

Art Beschreibung Beispiel
Aktive Robo-Advisor Anbieter sind jederzeit in der Lage, Kundenportfolios umzuschichten und auf aktuelle Entwicklungen an den Aktienmärkten zu reagieren. Somit besteht auch die Chance, die Marktrendite zu schlagen. Scalable Capital, Whitebox, Cashboard, Sutor Bank, LIQID
Passive Robo-Advisor Zusammenstellung der Portfolios wird nach der Depoteröffnung nicht mehr geändert. Es findet kein aktives Umschichten statt. Die Rendite hängt vom Wachstum der Märkte ab. growney, vaamo, quirion, fintego, ARERO, easyfolio, Ginmon, LIQID

2. Auch Robo-Advisor nehmen Gebühren

Bei jedem Robo-Advisor setzen sich die Gebühren aus zwei Komponenten zusammen:

  • Gebühren der verwendeten Produkte (ETF-Gebühren und Fondsgebühren) – häufig auch laufende Kosten, Verwaltungskosten oder TER genannt
  • Gebühren für die Dienstleistung des Robo-Advisors

Kein Robo-Advisor aus unserem Test investiert direkt in einzelne Aktientitel. Alle Anbieter investieren in, meistens passiv verwaltete, Indexfonds. Sie zahlen also immer zwei Anbieter: einerseits die Bank, welche die Produkte auflegt und den Robo-Advisor selbst.

Ist diese Strategie schlecht? Nein! Wir halten die Investition in ETFs aufgrund der niedrigen Gebühren für sehr sinnvoll. Aber: theoretisch kann jeder selbst in ETFs investieren.

Beliebte ETFs im Kostenvergleich

Die Crux ist die richtige Auswahl der ETFs – und die fortlaufende Optimierung der ETF-Auswahl. Hier sind Robo-Advisor meist klüger und schneller als Menschen.

3. Welchen Anbieter empfiehlt das Team von robo-advisor.de im direkten Vergleich?

Wir gliedern unsere Empfehlung in mehrere Kategorien:

Ihr Vermögen, das Sie gerne anlegen möchten Unsere Anbieter-Empfehlung
bis 99.999 Euro scalable-logo

ab 100.000 Euro whitebox - Test und Erfahrungen

Wenn Sie auf besonders niedrige Gebühren Wert legen, ist whitebox eine Überlegung wert. Ab 100.000 € fällt die Gebühr für den gesamten Betrag (rückwirkend ab dem ersten Euro) auf 0,6%. Ab 250.000 € werden sogar nur 0,45% berechnet. Unser Testsieger ist wegen des komplexen Risikomanagements trotzdem Scalable Capital.

Unser Robo-Advisor Testsieger
scalable capital logo
Scalable Capital
Einer der wenigen Robo-Advisor mit aktivem Risikomanagement: Schichtet Portfolio in volatilen Zeiten automatisch um und verändert die Risiko-Aufteilung, z.B. durch weniger Aktien, wenn die Börse einbricht.

Zuletzt bleibt die Frage: bei welchem Anbieter sind die Autoren von Robo-Advisor.de Kunde? Wir haben eine kleine Position bei Scalable Capital und eine weitere Position bei growney angelegt. Darüber hinaus nutzen wir die klassische Anlage in ETFs im Eigenbau. Doch auch der beste ETF-Sparplan muss in Schwächephasen des Marktes herbe Verluste einfahren. Das wollen Robo-Advisor – vor allem aktive Robo-Advisor – ändern.

Aber was soll ich wählen, Robo-Advisor oder einen ETF-Sparplan mit niedrigeren Kosten?

Wir empfehlen nur Robo-Advisor mit automatischem Risikobalancing. Bei den einfacheren Anbietern, die „nur“ auswählen, in welchem Verhältnis Ihr Geld in welche ETFs investiert wird, sind die relativ hohen Kosten des Robo-Advisors nicht gerechtfertigt. Im Jahr 2017 ist das der Großteil der Anbieter – mit Ausnahme unserer Empfehlungen aus der Tabelle.

Sind die Aktienmärkte nicht ohnehin überhitzt und ich sollte mein Geld lieber in Immobilien anlegen?

Auch die Immobilienmärkte sind überhitzt. Schon heute liegt das Niveau der Immobilienpreise 10% über dem langfristigen Durchschnitt. Ein klares Warnsignal vor Finanzkrisen – das sagt auch Ralph Solveen von der Commerzbank, der immer mehr Züge einer Blase sieht. Kaufpreise und Mieten entkoppeln sich.

Seit 2004 haben sich die Kaufpreise für Immobilien in München etwa mehr als verdoppelt. Das ist 12 Jahre her. Das allgemeine Preisniveau stieg im selben Zeitraum nur um 18,4 %, wie folgende Tabelle zeigt:

immobilien als alternative zum robo-advisor

Folgende Grafik zeigt, wie das Preisniveau explodiert ist:

deutscher immobilienmarkt überhitzt

Auf eigene Faust in Immobilien zu investieren halten wir deswegen nicht für sinnvoll. Im Vergleich zu Aktienmärkten ist der Markt nicht transparent genug, um als Kleinanleger hier erfolgreich sein zu können. Einen kleinen Immobilienanteil im Portfolio empfehlen wir zur Diversifizierung trotzdem, allerdings in Form von Aktien oder ETFs von Immobilienunternehmen.

Hat ein Robo-Advisor nicht letztlich genau dieselben Nachteile wie ein klassischer, aktiv gemanagter Aktienfonds – nämlich relativ hohe Gebühren?

An diesem Kritikpunkt ist was dran – allerdings nur zum Teil. Unsere Robo-Advisor-Empfehlung Scalable Capital liegt bei 0,75% Robo-Advisor-Gebühren und 0,25% durchschnittlichen ETF-Gebühren. Allerdings sind alle Transaktionskosten kostenlos enthalten – das macht aufs Jahr nach unserer Beispielrechnung ungefähr 0,1% aus, wenn man davon ausgeht, dass man sonst bei einem Discount-Broker wie flatex handeln würde. Somit liegt man insgesamt bei ca. 0,9% Gebühren.

robo advisor kosten

Ein klassischer Fonds, wie ihn der Bankberater empfiehlt, ist der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (Link zu finanzen.net). Hier fallen neben 1,68% Gebühren noch ein Ausgabeaufschlag von 5% an, der je nach Online-Broker noch rabattiert wird (ca. 50%). Er ist somit insgesamt fast doppelt so teuer wie Scalable Capital!

fondsgebühren vs robo advisor gebühren

Doch sind die Gebühren nicht letztlich egal und es zählt nur die Performance, die unterm Strich übrig bleibt?

Theoretisch natürlich schon. Praktisch wurde inzwischen aber in unzähligen Studien bewiesen, dass Fondsmanager es in der Regel nicht schaffen, langfristig so viel besser zu sein, wie sie mehr kosten. Gute Robo-Advisor haben einerseits den Vorteil, wirklich vollautomatisiert zu investieren und somit immer schneller zu sein als ein von Menschen gesteuerter Fonds und sind selbst im teuersten Beispiel noch ca. 45% günstiger als ein typischer Fonds.

Unser Robo-Advisor Testsieger
scalable capital logo
Scalable Capital
Einer der wenigen Robo-Advisor mit aktivem Risikomanagement: Schichtet Portfolio in volatilen Zeiten automatisch um und verändert die Risiko-Aufteilung, z.B. durch weniger Aktien, wenn die Börse einbricht.

Was ist der beste Robo-Advisor im Test 2017?

Der für uns beste Robo-Advisor ist im Jahr 2017 Scalable Capital (direkt zum Anbieter). Wieso? Er bietet das bisher ausgereifteste Risikomanagement an, das durch den sehr volatilen Markt im Jahr 2016 bereits auf die Probe gestellt wurde. Folgende Grafik zeigt die Performance je nach Risikoneigung. Bitte beachten Sie, dass die Daten direkt vom Anbieter stammen. Wir gehen davon aus, dass sie richtig sind. Eine vollständige Prüfung auf Korrektheit ist aber praktisch unmöglich.

scalable capital ist bester robo advisor im test